Neues vom Schanierl: Helfer im Alltag und darüber hinaus...

Seit September letzten Jahres arbeite ich wieder Vollzeit. Und sagen wir es mal so: auch meine Freizeit fühlt sich seither etwas "voller" an. Früher - so mit Ende zwanzig beispielsweise - als ich noch belastbarer, abenteuerlustiger, unausgefüllter und gazellengleicher durch den Tag gehüpft bin, hab ich Arbeit, Haushalt, Sozialleben, Bewegung und spontane Einkäufe locker mit links erledigt. Erholung war damals echt überschätzt.

Heute ist das komplett anders. Hahahahahaaa. Nicht nur, dass ich nicht mehr hüpfe, sondern manchmal einfach nur müde umherschlurfe, sondern ich habe auch noch etwas anderes für mich entdeckt: eine tiefe, aufrichtige Wertschätzung für meine freie Zeit. Und zwar nicht als nettes Lückenfüller-Element zwischen To-do-Listen, sondern als das, was sie wirklich ist - lebensnotwendige Regenerationszeit. Ich muss sie also besser planen, um sie wirklich genießen zu können.

Das bedeutet ganz konkret, dass ich meine freien Stunden nicht mehr reflexartig mit Terminen, Erledigungen und "Ach komm, das mach ich schnell noch"-Projekten vollstopfe. Kein Marathon-Wochenende mehr mit Großeinkauf, Fensterputzen und sozialen Pflichtterminen, die sich schon beim Gedanken daran anstrengend anfühlen.

Stattdessen habe ich mich gefragt, was ich in meinem schnöden Alltag ändern könnte, damit mir mehr Zeit und – noch viel wichtiger - mehr Energie bleibt. Quasi welche kleinen Kniffe dafür sorgen, dass sich ein Wochenende auch wirklich wie ein Wochenende anfühlt und nicht wie ein schlecht bezahlter Nebenjob.

Und aus all diesen kleinen Veränderungen sind sie entstanden: meine mehr oder weniger heimlichen Helden des Alltags. Unspektakulär, leise, aber dennoch effektiv schenken sie mir Zeit, schonen meine Nerven und tragen ganz maßgeblich dazu bei, dass ich mich gesünder, ausgeglichener und insgesamt wohler fühle.

Künstliche Intelligenz – mein unerwarteter Arbeits-Booster

Über künstliche Intelligenz wird aktuell ja gefühlt überall diskutiert. Die einen feiern sie als Heilsbringer der Menschheit, die anderen sehen schon das Ende der Zivilisation nahen - inklusive rebellierender Kaffeemaschinen. Ich selbst war anfangs… sagen wir mal: vorsichtig skeptisch. Und jetzt? Inzwischen bin ich bekennende KI-Nutzerin im "Homeoffice". Denn mal Butter bei die Fische: das Ende der Zivilisation naht auch ohne Zutun der KI unaufhaltsam.

In meinem Arbeitsalltag nutze ich die KI vor allem für Entwicklungsberichte. Auch zuvor waren meine Berichte stets sehr gut, wenn ich das mal ganz unbescheiden anmerken darf, aber jetzt sind sie einfach perfekt! Natürlich muss man die KI aber auch dementsprechend "füttern" und das will schließlich gekonnt sein. Sprich: ich musste ihr erst mal klarmachen, wie unsere Berichte aufgebaut sein sollen, ihr meinen Schreibstil näherbringen und sie mit Beispielen versorgen. 

Aber weil die KI ja nicht auf der Brennsuppn dahergeschwommen kommt, muss ich inzwischen nur noch die wichtigsten Eckdaten eingeben - Alter, Schule, Diagnosen, Stärken, Auffälligkeiten, Fortschritte, Förderbedarf des jeweiligen Kindes. Oft völlig ungeordnet, in Stichpunkten oder halben Sätzen. 

Und dann passiert die Magie: die KI macht selbst aus halbausgegorenem Gestammel in Sekundenschnelle einen professionellen, wertschätzenden, fachlich korrekten Bericht. Krass. Ohne dass ich jedes Wort zehnmal umformulieren muss. Mein persönliches Highlight: die von der KI ausgearbeiteten SMARTen Ziele. Wer in der Jugendhilfe arbeitet, weiß: Ziele sollen spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert sein. Klingt supi - war für mich aber immer der Teil, der mich fast zur Verzweiflung gebracht hat. Jetzt spezifiziert die KI mir diese Ziele einfach aus meinen Stichpunkten heraus. Fast schon erschreckend

Mein Fazit: ich habe ein günstiges Monatsabo abgeschlossen - und es lohnt sich für mich absolut. Ich spare unglaublich viel Zeit. Statt stundenlang an Formulierungen zu feilen, kann ich mit einer Tasse Kaffee in meinem schönen Zimmer sitzen und den Nachbarskindern beim Schneemannbauen zuschauen... 😂


Einkaufen oder einkaufen lassen - das ist hier die Frage

Mein Einkaufsmuster sah lange Zeit ungefähr so aus: nach der Arbeit fiel mir plötzlich wieder ein, dass zu Hause das Klopapier verdächtig knapp wird, keine Milch mehr im Kühlschrank steht und sich auch sonst wohl nichts Essbares finden lässt, das den Namen ausgewogene Mahlzeit verdient. Also schnell noch in den Supermarkt geflitzt. Natürlich ohne Stofftasche und mit dem Ergebnis, dass sich zuhause bereits ein beachtlicher Turm aus eigentlich wiederverwendbaren Taschen stapelte.

Und wenn es schnell gehen muss, greift man zudem eher wahllos ins Regal, steht gefühlt eine halbe Ewigkeit an der Kasse - und wiederholt das Ganze am nächsten Tag gleich nochmal. Ein System hatte das alles nicht. Spätestens nachdem der freie Freitag auch noch wegfiel, war klar: das muss sich dringend ändern. Denn am Samstag hab ich logischerweise absolut keine Lust, Einkaufstaschen durch die Gegend zu schleppen. Meine Freizeit ist mir viel zu wertvoll, um sie zwischen Kühlregal und Kassenband zu verbringen.

Die Lösung: ich lasse einkaufen. Oder besser gesagt: Ich lasse liefern. Ein Einkaufs-Lieferdienst bringt mir nun regelmäßig meine Lebensmittel zum Wunschtermin nach Hause. Und nicht nur bis vor die Haustür, nein, die (wieder zu verwendenden) Tüten werden mir brav bis in den ersten Stock getragen, die alten Behältnisse gleich wieder mitgenommen, so dass ich selbst nur noch einräumen muss. Der Wahnsinn!

Keine Schlepperei. Keine Last-Minute-Einkäufe. Keine „Mist, schon wieder vergessen“-Momente auf dem Heimweg. Und Einkaufslisten? Die schreibe ich direkt in der App, sobald mir etwas einfällt. Wenn der Wocheneinkauf ansteht, landet alles im Warenkorb, ich wähle ein Zeitfenster und tadaa: punktgenau klingelt es an der Tür. Bezahlt wird online, sogar das Trinkgeld ist schon erledigt.

Sogar Pflanzen wie hier die Hyazinthen, Drogerieartikel wie Shampoo oder Deo werden geliefert.
Die Tiefkühl-Produkte kommen tatsächlich tiefgefroren an - und nicht schon halb aufgetaut...

Mein Fazit: Ja, liefern lassen kostet insgesamt etwas mehr. Aber: ich kaufe gezielter, lasse mich weniger zu Spontankäufen verleiten - und spare dadurch unterm Strich sogar Geld. Eine Mitgliedschaft lohnt sich ebenfalls, denn damit werden viele Produkte günstiger. Ich bin echt begeistert. Diese Art einzukaufen spart mir Zeit, Nerven und Rückenschmerzen. Und als Bonus ist die Auswahl an Bio-, regionalen und veganen Produkten auch noch richtig gut.

Auch (und gerade) bei schweren Sachen: Bring- und Abholdienste nutzen

Wie ihr wisst, habe ich im Januar damit begonnen, meine Wohnung von ihren "zusammengewürfelten Post-Studentenmöbel-Jahren" zu befreien und insgesamt etwas ruhiger, klarer und "erwachsener" zu gestalten. Das alte, durchgesessene Sofa war dabei nur der Anfang – diverse andere Möbelstücke hatten ihr Lebensende ebenfalls mehr als erreicht.

Früher wäre das Ganze ungefähr so gelaufen: ich hätte jemanden mit Auto organisiert (meistens den Freund), wir hätten Stunden gebraucht, das tonnenschwere Sofa ins Wageninnere zu wuchten, wären genervt zum Wertstoffhof gefahren und hätten uns dort mindestens einen Bandscheibenvorfall eingehandelt. Danach hätten wir uns entkräftet ins Möbelhaus geschleppt und spätestens beim Versuch, die riesigen Kartons ins Auto zu bekommen, angefangen zu streiten.

Und allerspätestens zuhause - beim Hochtragen - hätten wir gejammert, geflucht und uns gegenseitig angemault. Denn mal ehrlich: nicht unterschiedliche Lebensentwürfeunerfüllte Erwartungen oder schlechte Kommunikation sind die wahren Beziehungskiller. Nein, es ist der IKEA-Besuch an einem Samstag. Ha!

Für den Sch**ß bin ich inzwischen definitiv zu alt. Die neue Couch habe ich mir selbstverständlich liefern lassen - inklusive Rücknahme der alten. Voll der Luxus? Vielleicht. Auch alle anderen neuen Möbelstücke - vom Vitrinenschrank über das Regal bis hin zu den neuen Akustikpaneelen, die jetzt dessen Rückwand schmücken - wurden mir gegen Aufpreis von halbwegs jungen, fitten Menschen in die Wohnung getragen. Kein Schleppen, kein Fluchen, keine Diskussionen. Einzig das Aufbauen habe ich übernommen, aber das ist ja nicht so das Problem.

Und der Keller? Die alten Möbel und Regalbretter, die dort lagern (inklusive Dingen, von denen ich teilweise gar nicht mehr weiß, dass ich sie besitze), werden im Frühjahr definitiv vom Sperrmülldienst fachgerecht entsorgt. Ich trag dieses Zeug jedenfalls nicht mehr die Treppen hoch. Diese Phase meines Lebens ist abgeschlossen. So schaut's nämlich aus.

Mein Fazit: ja, Bring- und Abholservices kosten Geld. Aber wie viele Sofas, Matratzen oder Vitrinenschränke kauft man realistisch gesehen im Leben? Eben. Und wenn mein Keller irgendwann tatsächlich den Status eines übersichtlichen Stauraums erreicht (was seit Jahrzehnten nicht der Fall ist), dann freue ich mich darüber sicher mehr als über jeden Bandscheibenvorfall.

Urlaub und Reisen – bitte entschleunigt und mit Mehrwert

Ja, doch. Ich reise immer noch wahnsinnig gern. Ich liebe es, in andere Kulturen einzutauchen, fremde Gerüche einzuatmen, Dinge zu probieren, die ich nicht aussprechen kann, und mich durch neue Landschaften zu bewegen. Und Urlaub heißt für mich definitiv Bewegung – körperlich wie geistig. Drei Tage regungslos wie ein gestrandeter Seelöwe im Sand liegen? Gar nicht meins.

Was ich allerdings seit ein paar Jahren festgestellt habe: dieses "Ich starte in A, fahre schnell nach B, schaue kurz bei C vorbei und komme völlig erledigt in D an"-Reisen stresst mich unglaublich. Kaum ist man nämlich in D angekommen, weiß man schon nicht mehr, wie es in A eigentlich war - außer, dass man dort auch zu wenig geschlafen hat. Dafür ist mir meine Energie inzwischen zu schade. Zudem finde ich es irgendwie respekt- und würdevoller, länger zu verweilen.

Wohnen in Bangkok... August 2024

Ähnlich geht es mir mit günstigen Hotels, Hotelrestaurants oder gar Hostels. Ja, ich weiß - hab ich früher auch gemacht. Mit Gemeinschaftsbad, fremden Socken auf dem Boden und Frühstück um Punkt 7:30 Uhr. Heute bin ich sehr dankbar, dass ich mir das nicht mehr antun muss. Stattdessen gönne ich mir hübsche Apartments, gerne mit Pool und Platz zum Atmen. Luxus ist für mich inzwischen Ruhe, Raum und ein eigener Kühlschrank.

Vor ein paar Jahren habe ich angefangen, mir ernsthaft Gedanken darüber zu machen, wie ich meinen vierwöchigen Sommerurlaub eigentlich verbringen möchte. Das Ergebnis: Ich will wohnen, nicht ständig weiterziehen. Am liebsten quartiere ich mich daher für mehrere Wochen an einem Ort ein - in einer Ferienwohnung mit allem Drum und Dran. Eigene Küche, eigenes Bad und vor allem: kein täglicher Reinigungsservice, der mich zwingt, vormittags panisch die Wohnung zu verlassen.

Von diesem temporären "Wohnort" aus kann ich jederzeit Ausflüge machen - oder eben auch nicht. Ich kann wandern gehen, schwimmen, ein Fahrrad mieten oder einfach nur die nähere Umgebung erkunden. Oder ich bleibe zu Hause, lese ein Buch und tue so, als hätte ich dort schon immer gewohnt. Der große Vorteil: maximale Flexibilität. Kein durchgetakteter Reiseplan, kein "das habe ich aber gebucht, also muss ich jetzt los".

Wohnen in London... August 2025

Ein weiterer Pluspunkt: Essen. Ja, man kann die regionale Küche ausprobieren – muss aber nicht jeden Abend allein im Restaurant sitzen und so tun, als würde man gerade wahnsinnig spannende E-Mails lesen (ich hasse es). Man kann selbst kochen, lokale Märkte entdecken oder mittags unter Menschen sein und abends ganz für sich. Sozialkontakt nach Bedarf, Rückzug jederzeit möglich - für mich ein Traum.

Und wenn es einem an einem Tag mal nicht so gut geht? Dann bleibt man einfach zuhause. Kein Kofferpacken, kein Weiterziehen, keine schlechte Laune im Zug. Man lernt Land und Leute automatisch viel intensiver kennen, wenn man länger bleibt: den Bäcker, der irgendwann grüßt, die Buslinie, die man plötzlich versteht, und den Lieblingsstrand, der nicht bei Google Maps steht.

Meine Ferienwohnung mit Blick und Pool für kommenden August

Mein Fazit: Dieses "Wohnen in..."-Konzept ist für mich aus all diesen Gründen genial. Auch für den August habe ich mir wieder eine feste Bleibe gesucht - in Europa, mit Meerblick, Pool, Wander- und Radfahrmöglichkeiten, gutem Busnetz, Städten zum Bummeln und genügend Raum für spontane Landflucht. Alles kann, nichts muss. Genau so fühlt sich Urlaub für mich richtig an.

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Das waren sie. meine bisherigen Helferlein, die mir den Alltag und den Urlaub vereinfachen und versüßen... aber ich weiß, da geht noch weitaus mehr. Ich sag nur: Fußpflege, Kosmetik, Bewegung und Sport... sicher lässt sich das ein oder andere noch für mich verbessern respektive, wie man so schön sagt, "outsourcen". Welches sind eure Helfer im Alltag und Urlaub?

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