Sunday Colors: Bonjour Tristesse
Kein Monat eignet sich wohl besser zur gepflegten Schwermütigkeit als der oft meiner Meinung nach zu Unrecht als bloß neblig-grau und regnerisch verschriene November . Dabei finde ich mittlerweile nicht nur Akzeptanz und Gefallen an ihm, sondern auch noch - glaubt es oder nicht - ein gewisses Glück in meiner mir wohl angeborenen oder zumindest vererbten Melancholie . Insofern halte ich es mit meinem nie vergessenen ehemaligen Praxisdozenten aus meiner Bamberger Studienzeit, der mir seinerzeit einen für die damaligen Gepflogenheiten eher ungewöhnlichen Rat auf den Weg gab. Dass ich zum Trübsinn neige, wusste ich ja schon immer. Eine Empfehlung wie "Bewahren Sie sich Ihre Melancholie unbedingt!" hatte ich allerdings bis dahin noch nicht gehört. Sie stellte mein Weltbild seinerzeit ziemlich auf den Kopf. Nicht nur, weil man in der Psychologie damals noch eher dazu tendierte, alles "wegzutherapieren" , was nicht ins gesellschaftliche Leistungs- und Wohlfühlbild pa...

