COLOURS OF THE PAST: MEIN STYLE DER LETZTEN JAHRZEHNTE: Teil 3: NEUNZIGER


Man sagt ja, dass es zum einen die DNA, zum anderen die Sozialisation sei, die uns prägt, wobei man sich noch immer nicht ganz schlüssig darüber ist, was denn nun überwiegt. Aber egal: die Freude am Reisen wurde mir jedenfalls scheinbar in die Wiege gelegt. Alles andere war und ist eine Geldfrage... und während der Neunziger besaß ich leider nicht die finanziellen Mittel, aber auch nicht den Mut, mich weiter als "nur" innerhalb Europas zu bewegen. Interrail hieß damals das Zauberwort - was schlichtweg bedeutete, dass man nach vier Wochen irgendwie immer im vom Wohnort am nächsten gelegenen Grenzübergang landete und von dort per Anhalter nach Hause trampen musste, weil das Geld komplett weg (und das Zugreisen im eigenen Land nicht inklusive) war.


Dazwischen jobbte ich, um für die nächste Reise zu sparen. Wundert mich, wie ich es überhaupt so "nebenher" schaffte, mein Fachabi nachzuholen und zu studieren. Und wie es mir zudem gelang, sowohl auf Reisen, als auch während des Studiums und "einfach so" wirklich ständig neue Menschen kennenzulernen, easy neue Freundschaftsbande zu knüpfen, zwei mehr oder weniger erfüllende Partner-Beziehungen zu haben - und mich dabei trotzdem oft so einsam zu fühlen. Gelernt habe ich aus diesem Jahrzehnt daher auch: Einsamkeit ist ein seelischer Zustand, der sowas von überhaupt nix mit den äußeren Umständen und Gegebenheiten zu tun hat! Bin heute mehr allein denn je und fühle mich null einsam.

Ein reisendes Jahr, zum Beispiel 1990: an Pfingsten ging's mit der Ersatzfamilie 
(im Bild: mein Onkel, leider viel zu früh gestorben...) nach Südfrankreich...


... im August dann mit Interrail 4 Wochen allein nach Schottland (meinem Traumland!) - 
wo ich eh nicht so wahnsinnig allein blieb 😁...



... und im Winter selben Jahres mit der besten Freundin und der Tante 
wieder nach Südfrankreich! 
Das reinste Jet-Set-Leben, ich sag's Euch!😁




Zudem reiste ich kreuz und quer durch Italien, machte Urlaub in Griechenland, Tschechien, auf den Kanarenlange Radtouren durch Südengland und Mecklenburg-Vorpommern, erlebte den Winter in Tunesien, Südfrankreich, Rom und Neapel, wanderte durch Irland und flog gegen Ende des Jahrzehnts der Liebe wegen so oft nach Aberdeen, dass ich aufhörte zu zählen. 

Löcher im Jeans-Knie...

... Aua-spitze Lackschuhe...

... und Leggings, Leggings, Leggings...

...mit Schnallen-Boots und Socken darüber!


MEINE NEUNZIGER

Reisen war angesagt...




Gelernt hab ich in den Neunzigern unter anderem, dass gerade das Alleinreisen mich offener und empfänglicher werden ließ für Land, Leute und Kultur, dass ich mich viel öfter überwinden musste - und es mich demnach viel mehr voran brachte. Deshalb bin ich noch heute ein Fan davon - nur, dass ich mittlerweile natürlich nicht mehr in Hostels übernachte. 

Die Haare waren mal kürzer, mal länger, auch die Farbe wechselte immer mal wieder...
...man beachte bitte die Palme auf dem Kopf 🌴...






1993 fing ich mein Studium an und zog ins wunderschöne Bamberg




1996 starben mein Kumpel, meine Mutter und mein Onkel. In dieser Reihenfolge. Anfang 1997 zog ich mit meinem damaligen Freund zusammen nach München, wo ich erstmals wirklich niemanden kennenlernte. Tja - Servus München! Wenigstens starb erstmal keiner mehr. Dafür trat ich meine erste Stelle als Betreuerin in einem Heim für "verhaltensauffällige" Jugendliche an. Es war furchtbar. Kurze Zeit später trennte ich mich von meinem Freund und zog in meine (jetzige) Wohnung. War anfangs auch nicht gerade prickelnd.

Was also tun in der neuen, großen Stadt mit gebrochenem Herzen, verdrängter Trauer, Einsamkeit und einem sehr bescheidenen Berufseinstieg? Ich trank ziemlich viel Rotwein, setzte Annoncen in Stadtmagazine und lernte so 3 verschiedene junge Frauen sowie einen tollen Gitarristen kennen. Neue freundschaftliche und musikalische Bande entstanden... was hab ich gelernt? Dass soziale Kontakte, Musik und Freundinnen einen zwar durch schwere Zeiten bringen (Alkohol eher nicht...😁!), es aber alles nix nützt, wenn man aus sich selbst heraus einfach nicht glücklich ist.

Daran änderte auch die neue Liebe nix. Selbst Schottland nicht. Ich erinnere mich an einen Tag, als ich irgendwo an der Ostküste bei einem Cappuccino saß und aus dem nahe gelegenen Pub Travis mit "Why does it always rain on me?" tönte. Genau so gingen meine Neunziger zu Ende: ich war 30, fühlte mich steinalt - und wie die schottische Band Travis sah ich irgendwie nur "a tunnel at the end of all these lights...!"😁.

1998 in Schottland...


... und in München! (Hatte offensichtlich nur einen Mantel 😁)

Wenn ich an die Musik der 90er zurückdenke, dann fallen mir natürlich spontan Bands wie Nirvana, Pearl Jam, Metallica oder diese ganzen obercoolen Brit-Pop-Abkömmlinge wie Oasis, Blur, the Verve oder Travis ein. Aber natürlich gab's auch DJ Bobo, Blümchen, die Spice Girls, Britney Spears, Techno und die Kelly Family (nur verdrängt man das irgendwie immer! Wobei ich bei dieser Gelegenheit herausheben möchte, dass mir sämtliche Kellys ausnahmslos brutalst sympathisch sind, nur ihre Musik war halt fragwürdig...).


MEIN NINETIES-OUTFIT.


Nicht nur style-technisch eierte ich mal wieder kreuz und quer hin und her... 
und trug irgendwie alles (außer diesen Brikett-Plateau-Schuhen!). 
Mein Style und ich selbst waren durch und durch wankelmütig
Ob zerrissene Jeans, löchrige Pullis, schwarze Leggings zu langen Blazern, Minikleidchen, Maxiröcke oder glänzende Schlaghosen... 

aber wenn es eine bestimmte "Uniform der Neunziger" gab, die typisch für mich war, 
dann war's wohl der weibliche "Grunge-ionista"-Look in Form von 
Maxi-Blümchenkleid, Biker-Boots und Cardigan... 
(und dazu hörte ich "Yeah, I - Oooh - I'm still alive" von Pearl Jam!).


Dabei war der Trend aus der Grunge-Ecke gar nicht mal vorherrschend in den Neunzigern... 
sondern eher so Gimmicks wie 
Schnullerketten, Kleinmädchen-Zöpfe, Bauchfreie Tops (heißt ja heute Cropped...),
schrilles Make-up, grüne Augenbrauen,
Sicherheitswesten, Schlagbohrmaschinen und sonstige Techno-Girlie-Accessoires... 
und nicht zu vergessen: "Arschgeweih"-Tattoos!!
Tattoo-Choker hatte ich übrigens auch, gleich mehrere. 
Und solche Bindi-Klebedinger für die Stirn... 
aber nix von den o.g. Dingen... 


Aus besagter Grunge-Ecke kam auch die Idee, ein kurzärmliges Shirt 
(oder eines mit Spaghetti-Trägern)
über einem langärmligen zu tragen. Was ich ausgiebig tat.


Erinnern kann ich mich jedoch besonders an folgende Fashion-Must-Haves:
Jeans in allen Variationen: besonders gerne zerrissen und mit Löchern
als Jacke und Weste...


...Pannesamt! Davon besaß ich einen Blazer und mehrere lange Röcke...
und Flanellhemden natürlich. Die fand ich cool. Besonders um die Hüfte gebunden.


Derbe, klobige Kampfstiefel mit dicken Sohlen! 
Man trug diese zum Rock oder Kleid wie heute Sneaker
(die damals noch Turnschuhe hießen).


Schlaghosen wurden wieder in... und am Besten sahen die zu derben Boots aus. 
Zauberte eine Silhouette aus mega langen und dünnen Beinen mit Hobbitfüßen!!!


Mitte der Neunziger entdeckte ich die Kultur des Brit-Pop 
mitsamt ihrer aus der Mod-Ära inspirierten Looks - und war fortan weniger "grungig" 
 - und mehr cool-schick unterwegs. Aber einen richtigen "Stil" hatte ich eigentlich nie.


Tja, das waren meine Nineties.
Dann kam das Millenium und alles wurde anders.
Technischer, digitaler... 
"online sein" wurde plötzlich zur Freizeitbeschäftigung.
Anfang der Nuller Jahre kam ich endlich 
aus meinem Depri-Sumpf heraus, 
weil ich eine "Therapie" für mich fand!!!
Dazu mehr am übernächsten Sonntag!!!
Danke für Euer Interesse - 
ich hatte lots of fun!

Kommentare

  1. Bei all Deinen Bewegtheiten in den 90ern in Sachen Reisen, Menschen und Mode kann es einem ein bisschen schwindlig werden. Was warst Du unterwegs...!
    Kürzere Haare standen Dir sehr gut, finde ich. Gibt Kontur.
    Schottland und Du, das kann ich mir auch sehr gut vorstellen.
    Inzwischen haben sich die Weltläufte ja sehr geändert. Wer hätte das gedacht, dass wir alle mal so immobil werden müssen?
    Da ist Dein bunter Ausflug in die 90er schon etwas Besonderes.
    Danke dafür sagt herzlich,
    Sieglinde

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    1. Ehrlich gesagt, dachte ich das im Nachhinein auch, als ich den Post schrieb und so zurückdachte, aber in der Zeit hab ich das überhaupt nicht so empfunden, im Gegenteil, ich fühlte mich eher als langweiliger Mensch, in dessen Leben eher wenig los ist... aber das ist natürlich Blödsinn, v.a. heute seh ich das auch völlig anders!
      Schottland liebe ich nach wie vor sehr, war 2019 ja nochmal da! Zum Glück, denn es stimmt, die Weltläufe haben sich sehr geändert. Müsste bei meiner Reisesucht wirklich am Boden zerstört sein, aber "mich wundert, dass ich so fröhlich bin..."
      Sehr gerne und Danke Dir!
      Herzlich, Maren

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  2. Mir geht es da wie Sieglinde, ich kam beim Lesen gar nicht mehr mit, was da alles passierte in deinen 1990er Jahren ( musikalisch sowieso nicht, da habe ich damals abgeschaltet und auf Bewährtes wie Acid Jazz gesetzt ). Vielleicht liegt es auch daran, dass ich in jenen Jahren gesettelt wie nie war mit Leitungsposten, Haus und Kind. Und modisch: Es waren meine total schwarzen Jahre, von Kopf bis Fuß inklusive Bob-Frisur, die ab da mein stetiger Begleiter war bis Mai 2020. Ich kann mich also nicht wirklich erinnern, was da modisch angesagt war. Gab es da schon Jeans mit Löchern? ( Für mich übrigens ein No-Go als Selbst-Schneiderin, empfand ich das doch als Missachtung der handwerklichen Arbeit, denn die sollte ja lange nutzbar sein ).
    Aber du hattest auch heftig was zu bewältigen in jungen Jahren! Solchen "Aufgaben" musste ich mich erst jenseits der Fünfzig stellen. Gereist bin ich in jenem Jahrzehnt mit zwei Ausnahmen in den Sommerferien übrigens immer in die Provence. Und mit diesem Landstrich verbinde ich bis heute die schönste Zeit meines Lebens. Entsprechende Fotos in deiner Sammlung verursachten da einen kleinen Herz-Hüpfer.
    Jetzt bin ich gespannt auf die nächste Station deiner Zeitreise.
    Einen schönen Sonntag im verschneiten München ( grade wieder aktuelle Fotos bekommen )!
    Astrid

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    1. Und wie Siegline sag ich auch Dir: mir kam's gar nicht so bewegt vor, ich emfand mein Leben nicht als besonders abwechslungsreich oder so...
      Schwarz waren meine 80er modisch gesehen auch zum Teil, aber nie so richtig konsequent von Kopf bis Fuß. Aber nie trug ich so viel Schwarz. Oh ja, es gab Jeans mit Löchern, und wie! Zur Verteidigung muss ich sagen: meine Jeans "wanderte" durch mehrere Träger und Trägerinnen und irgendwann half ich dem eh schon vorhandenen Loch im Knie etwas nach :-))))
      Das waren die Pyrenäen bzw. Nähe der katalanischen Grenze... wo ich war. Auch mehrmals.
      Ja, München ist zum Glück verschneit, ich hab mich sehr gefreut!
      Liebe Grüße, Maren

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  3. Bewegte Zeiten, schöne Erinnerungen, auch wenn es wie Du schreibst, nicht nur schön war. Anfang der 90er begann für mich das Berufsleben. Kostüme und Hosenanzüge prägten diese Zeit, da ich auch abends öfters dienstlich unterwegs war. Den Mut allein zu verreisen hatte ich nie. Leider. Ich habe da wohl etwas falsch gemacht, was ich nicht nachholen kann. Zum Nachdenken bringt mich folgender Satz "Einsamkeit ist ein seelischer Zustand, der sowas von überhaupt nix mit den äußeren Umständen und Gegebenheiten zu tun hat!". Das ist sowas von wahr. Als ich noch allein lebte, habe ich mich nie einsam gefühlt....den Rest kannst Du Dir denken.
    Danke für deinen Ausflug in die 90er

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    1. Ach, ich glaube, man kann da nichts falsch machen, vielleicht hat es einfach nicht sein sollen. Ich reise ja heute noch allein, es ist also nie zu spät, natürlich kann man das nachholen, nur momentan ist es natürlich eher nicht möglich :-))) Wirklich, ich würde nicht denken, "das kann ich nicht nachholen" - warum nicht? Und das mit der Einsamkeit ist einfach so wahr! Sie ist viel schlimmer, wenn man nicht allein ist!
      Sehr gerne, Danke für Deinen tollen Kommentar!

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  4. Himmel war ich langweilig. Kein Wunder dass ich jetzt ständig Fernweh habe. Ich hab dringend was nachzuholen 😂
    Ich feiere Dein schönes Outfit Maren, das Kleid ist toll und die alten Fotos einfach genial. Ich liebe das Foto mit dem Strohhut, das könnte aus einem Film stammen. Die Schnullerketten oh jeh, dafür war ich zu alt....ähm... ja tatsächlich.
    Danke für die Zeitreise mit Dir.
    Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag, liebe Grüße Tina

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    1. Soll ich Dir was sagen? Ich hab mich auch langweilig gefühlt, wirklich, ohne Witz. :-)
      Vielen Dank, ich hatte wirklich ein ähnliches Kleid in den 90ern...
      Das mit dem Strohhut war wohl eine Hommage an Lady Di oder so :-))))
      Und für Schnullerketten war definitiv jeder zu alt! Außer Säuglingen! Ich hatte sowas auch nie, Gotteswillen.
      Danke, Dir einen guten Start in die neue Woche, liebe Grüße, Maren

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  5. Die spannende Zeitreise geht weiter! Wieder einmal macht es mächtig Spaß, Deinen 90iger Jahren in Bild und Wort zu folgen. Ja, die 90iger waren auch für mich ein komisches Jahrzehnt. Mit dem Studium fertig, der erste Job, war es das jetzt mit lustig? Wie geht es weiter? Ab ins Spießbürgertum oder doch noch ein wenig laissez-faire? Wie Du siehst, bin auch ich herum geschlingert. Aber es war auch das Jahrzehnt, in dem ich meine große Liebe kennenlernte und geheiratet habe. Also alles gut ...
    Modisch hätte ich Deine Hilfe damals gut brauchen können, denn damals waren meine en-femme-Versuche noch sehr rudimentär. Dein Nineties-Outfit wäre zwar nichts für mich, dafür steht es Dir umso besser :-) Das Blümchenkleid ist total süß :-)
    Schönen Lockdown-Sonntag!
    Liebste Grüße, Nadine

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    1. Vielen Dank, Nadine! Ja, nach dem Studium ist es für viele erst mal ein Schock, so war's auch für mich... schön, dass Du Deine große Liebe gefunden und noch immer verheiratet bist, das ist ja alles nicht selbstverständlich! Und dass Deine ersten en-femme-Versuche rudimentär waren, kann ich nicht beurteilen, aber dafür sind sie heute alles andere als das!!!
      Danke :-)
      Schöne Lockdown-Woche!
      Liebste Grüße, Maren

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  6. du warst echt ein ganz schöner feger! kein wunder, dass dich die knaben umringen.... :-D
    grunge und 70s-retro waren meine lieblingslooks - und "buffalos" hab ich auch ausgelassen - stattdesen "mescalero" boots und 10-loch docs sommer wie winter. und vintage mary-janes mit 10cm-blockabsatz. pantoletten....MICRO-MINIS! in der 2.hälfte wurdes dann mal damenhaft mal indisch angehaucht - zum ende elektro-hippie......
    und reisen! das jahrzehnt startete mit westküste USA/kanada und endete mit 3 monaten australien. dazwischen backpacking mit 3 freunden in ägypten. motorradfahren in schweden, polen, deutschland auch. ansonsten war es DAS BERLINER JAHRZEHNT - kurz vor mauerfall angekommen war ich immer mittendrin und dabei..... wir waren die kinder der nacht, nach denen die touris heute vergeblich suchen in den in die jahre ge- und im mainstream angekommenen clubs......
    und 2000 brachte auch bei mir eine bitter nötige seelische wende. länger hätte ich die flapper-nummer wohl nicht mehr durchgehalten ;-D
    dein anzug zum jahrzehnt macht, dass ich das netz nach einem dunklem millefleur stalken möchte..... schön in viscose-krepp. die kleider von damals - immer 2.hand-buys - hab ich getragen, bis sie mir vom leib fielen. wortwörtlich.
    ........manchmal hab ich sehnsucht nach den 90ern.
    alles liebe! xxxxx

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    1. Hihi... :-DD
      Oh Mann, DU solltest mal über Deine bewegte Zeit damals schreiben, das hört sich total aufregend an! Dagegen war ich ein Landei und total brav... aber zum Glück waren ein paar Freundinnen von mir total wilde Hummeln - und als Mitläuferin war ich immer prima zu gebrauchen!! :-DDD
      USA und Australien hab ich bis heute nicht geschafft, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntermaßen zuletzt.
      Puh, ja, ich stell mir das bei Dir wirklich so vor wie in Babylon Berlin - bloß ein paar Jahrzehnte später!
      Ich hab manchmal Bock auf so ne Zeitmaschine... das sollte mal wer erfinden! :-)))
      Alles Liebe! xxxxx

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  7. Wahnsinn, wie Du in den 90ern rumgekommen bist. Anscheinend immer irgendwie rastlos und trotzdem voll Energie.

    Mir gefällt der kinnlange Bob auch sehr gut bei Dir. Klamottentechnisch habe ich in dieser Zeit viel Leggings und Schlabberlook getragen. Mit zwei kleinen Kindern war das einfach praktisch. Geld zum Reisen blieb damals nicht übrig. Das ging erst Anfang der 2000er los, als ich nach der "Kinderpause" wieder voll berufstätig wurde.

    Liebe Grüße Sabine

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    1. Rastlos bin ich heute noch manchmal... und ich fühlte mich gar nicht so voller Energie, sondern eher als Langweilerin, schon komisch... :-)))

      Danke! Das mag auf den Fotos gut aussehen, aber in Wirklichkeit war es ein Schnitt, der mir gar nicht so gut stand... mit Kindern, klar, kann ich mir vorstellen, ist es ein anderes Leben. Meine Schwester hat ja auch drei, die in den 90ern geboren wurden, ich hab's bei ihr mitgekriegt.

      Liebe Grüße, Maren

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  8. Das waren wohl für dich absolut bewegte und bewegende Zeiten. Dagegen war es bei mir stinklangweilig. Studienabschluss Anfang der 90er, dann der erste Job. Meine Welt bestand viele Jahre aus Computern, Computermessen und jeder Menge Nerds. Und dann war ich wohl eine der ersten hierzulande, die einen Online-Job hatte... Damals gab es ziemlich genau CompuServe und sonst nix. Nichtmal Fotos online. Nur Text. Aber die Aufbruchstimmung in der Branche, die war genial. Damals durfte ich noch jede Menge Dienstreisen in die USA machen *schnüff*
    Und vermutlich sah ich genau so aus ;-) Erinnern kann ich mich beim besten Willen nicht mehr.
    Liebe Grüße
    Fran

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    1. Ich fühlte mich als absolute Langweilerin, ehrlich gesagt, hihi, schon komisch, wie anders die eigene Wahrnehmung doch manchmal ist... wenn ich "Dienstreisen in die USA" lese, krieg ich hingegen Stielaugen und -Ohren! DAS ist ja wohl mal aufregend!
      Zum Glück hab ich Fotos, sonst könnte ich mich an vieles auch nicht mehr erinnern! :-)
      Liebe Grüße
      Maren

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  9. Die 90er und ihre "Moden" hatten so gut wie keinen Einfluss auf mich. Abends trieb ich mich ich Kneipen oder Rockschuppen herum. Tagsüber ging ich ins Büro.
    Was uns gemeinsam ist, ich habe noch nie so viele "neue" Menschen kennengelern, wie in diesem Jahrzehnt. Gereist bin ich auch. Aber nie alleine. Ich habe mich noch nie einsam gefühlt auch wenn ich schon immer gerne alleine war. Ich habe aber auch noch nie alleine gelebt. Ich hatte immer Familie, Verwandte und Freunde um mich. Allerdings waren meine freien und finanziell unabhängigen Jahre gezählt. 92 war ich mit dem Studium fertig, 95 war ich schwanger, 96 Mutter und 99 Halbwaise. Seit 95 kümmere ich mich eigentlich immer um irgendwen und plane meine Leben da drum herum. Mein halbes Leben lang.
    Ich freue mich auf weitere Beiträge aus dieser Reihe. BG und bleib gesund
    Sunny

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    1. Na, immerhin "Rockschuppen" - das war doch typisch für die 90er, nicht wahr?
      Und ob und wie viele Menschen um einen herum sind, das hat ja nichts mit dem Gefühl der Einsamkeit zu tun. Ich lebe heute allein, aber Einsamkeit empfinde ich nicht.
      Es gibt Dir sicher auch was, Dich um andere zu kümmern.
      Danke! Bleib bitte auch gesund,
      Liebe Grüße
      Maren

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  10. Och wow.... was für ein aufregendes Leben. So viele Reisen, da war ich schon in der Zeit happy, dass die Grenzen geöffnet wurden. Einer deinen besten Beiträge! Danke für die Reise in die Vergangenheit, bin gespannt auf weitere! Liebe Grüße und eine schöne Woche!

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    1. Oh, vielen Dank! Als so aufregend empfand ich es gar nicht mal... :-))) Ja, Schengen und Mauerfall - das war ein Glück! Liebe Grüße und Dir auch eine schöne Woche!

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  11. Hallo, liebstige Maren,
    hier bin ich - wieder mit ein bissl Verspätung. Dafür war ich mit Interrail und Depri-Stimmung ungefähr ein Jahrzehnt früher dran, sprich: erstes Interrail 1981, zweites 1985, sonst Radurlaub in Nordholland mit meiner Freundin Brigitte (die's heute auch noch als meine Freundin gibt), England und Schottland mit Bus und Zelt (und 19 Regentagen von 21 Reisetagen) usw. Ingesamt leider nicht ganz so viele Reisen wie du, weil ich ja nur vier Wochen Urlaub hatte in meinem besch...eidenen Job. Manche deiner Fotos erinnern mich ziemlich an Fotos von mir aus den 80ern, ich muss dir mal welche raussuchen - ebenfalls so oft in geselliger Runde und lachend und viel Allohool - und innerlich teilweise einsam. Nachdem ich 1992 ungeplant schwanger wurde, 1993 Jana kam und die Beziehung mit Janas Vater nicht funktionierte, waren meine 90er dann ziemlich anders als deine. Wobei, gereist bin ich auch, z.B. 1995 zusammen mit Jana und mit meiner Freundin Anita (die's ebenfalls heute noch als meine Freundin gibt), die eine um ca. fünf Jahre ältere Tochter hatte und auch alleinerziehend war, auf eine tolle Mädels-Irlandreise und später dann mit Edi und Anita und Kindern in die Toskana und nach Nordcdeutschland und nach Belgien und Holland und noch später kam dann auch Anitas Freund dazu. Die 90er waren meine Zeiten- und Lebenswende, die bei dir in den 2000ern begann.
    Deine Looks sind vielleicht wankelmütig, aber dein Stil ist trotzdem zu erkennen - sprich du wirkst nicht verkleidet oder nach "Neee, das ist nicht Maren!" Vielleicht mit Ausnahme deines schwarzweißen Fotos mit den Riesenklipsen - das ist wunderschön, aber deine Ausstrahlung eine ganz andere als die, die ich sonst aus deinen Bildern herausfiltere. Aber wahrscheinlich trotzdem ein Teil von dir, wir haben ja alle mehrere Persönlichkeiten in uns wohnen. Du wirkst jedenfalls auf deinen 90er-Aufnahmen nach einer jungen Frau, die sich noch entdeckt und noch nicht ganz angekommen ist, aber auf dem Weg dorthin. Und in solchen Zeiten probiert man eben das Unterschiedlichste aus, auch Styles und Lebensweisen, eventuell auch Jobs und Orte...
    Dein Nineties-Outfit würde ich heute ganz genauso tragen, gefällt mir sehr und passt zu damals so gut wie zur Jetztzeit!
    Hab noch einen angenehmen Abend und eine möglichst gute Woche!
    Alles Liebe und herzliche Drückers,
    auf bald, die Traude

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    1. Hallo liebstige Traude,
      verstehe, ich glaube, Interrail und Depri gehören dann wohl zur menschlichen Entwicklung dazu! ("Was, Deine Tochter ist noch in der Interrail-Phase? Also, mein Sohn ist schon voll im Depri!" :-DDDD). Aber irgendwie ist es halt auch nicht ganz so easy, das Erwachsen werden... Na, gereist bist Du ja auch trotz Jana ganz schön viel. Entweder man hat das "Reisegen" oder nicht... :-) Und Du hattest es wohl damals auch schon, aber mit Kind ist man natürlich ein wenig eingeschränkt.
      Vielen Dank für Deine Einschätzung - nachdem einige sagten, der Bob stünde mir gut, war ich verunsichert, aber nein, das auf dem Bild bin überhaupt nicht ich, und so hab ich das auch immer gesehen! Mein damaliger Freund hat es gemacht und ich glaube, es war das Bild von seiner idealen Frau... oder so. Aber das bin ich nicht. Da hast Du einen sehr guten Blick für!
      Die Neunziger an sich mochte ich sehr gern, manchmal denk ich , ich stecke modisch und v.a. Musik-mäßig ein bisschen in denen fest... :-)))
      Hab Du auch eine möglichst gute Woche!
      Alles Liebe und herzliche Drückers an Dich,
      Maren

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  12. Hallo liebe Maren,
    Wieder ein wunderbarer Streifzug durch Deine 90er. Du warst ja soooo viel unterwegs. Wahnsinn. Da bin ich dagegen fast ein Einsiedlerkrebs. Dadurch, dass ich nicht studiert und ab 21 einen fixen Bankjob hatte waren die Urlaubszeiten begrenzt. Kreta, ein Segeltörn - aber das war bei mir in den 80ern. Bin ja ein gutes Jahrzehnt älter als Du - die 90er sind mir irgendwie durchgerutscht. Da waren auch schon zwei Kinder da. Da gab´s Familienstrandurlaub in Jesolo. Du warst (bist es immer noch :-) ) ein verdammt hübsches Mädl , wenn ich das so sagen darf.
    Alles Liebe und eine gute Zeit
    Gerda
    https://gerdajoanna.blogspot.com/2021/01/eistag.html

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    Antworten
    1. Hallo liebe Gerda,
      vielen Dank! Ja, im Nachhinein denke ich auch, dass ich viel unterwegs war, aber zu der Zeit empfand ich es gar nicht so... und ein Einsiedlerkrebs bin ich dafür heute :-D
      Ja, wenn man mal im Berufsleben steckt, dann ist da nicht mehr viel mit Reisen und so... kann ich verstehen.
      Vielen Dank für das Kompliment <3 :-D
      Alles Liebe und Dir auch eine gute Zeit
      Maren

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  13. Vielen Dank für diesen tollen Beitrag!, liebe Maren!
    Es ist wunderbar, eine Reise in die Vergangenheit zu unternehmen und sich darüber im Klaren zu sein, dass die Zeit mit so vielen Erfahrungen gut verbracht wurde! Ob positiv oder negativ, es spielt keine Rolle mehr, das Wichtigste ist, dass sie mit vielen Emotionen gelebt wurden und uns geholfen haben, zu wachsen und uns besser zu verstehen.
    Die 90er Jahre haben mein Leben sehr geprägt. 92 war das Jahr der größten Transformation, Emotionen und Herausforderungen, dass ich noch nie zuvor erlebt habe. Ich verließ mein wundervolles Privat- und Berufsleben in Brasilien und kam mit meinem kleinen Sohn, meinem ex-Mann (mit Problemen) und einigen Koffer nach Deutschland. Ich ließ die Gewissheit für die Unsicherheit, der Bequemlichkeit des Bekannten aus Angst vor dem Unbekannten. Und ich habe auch gelernt, dass einsam zu sein nicht dasselbe wie alleine zu sein ist! Es waren Jahre, die ich lieber vergessen möchte, aber das brachte mir auch Freiheit und die Rückkehr des Glücks. Für alles im Leben gibt es zwei Seiten.
    Gruß&Kuss,
    Claudia

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    1. Allerdings, liebe Claudia! Mindestens zwei, wahrscheinlich reicht das nicht mal! :-)) Und wie Du glaube ich, dass Erfahrungen wichtig sind, dass Emotionen gelebt werden sollen!
      Das war für Dich bestimmt nicht leicht, aber wie schön, dass diese auch schlimmen Jahre Dir Freiheit und Glück brachten... ich denke immer an den Spruch: "Das Leben ist schön, Von einfach war nie die Rede!" Und ich denke, das trifft es... :-)
      Danke für diesen tollen Kommentar!
      Gruß & Kuss,
      Maren

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