Kein X für ein O: die Psychologie der Figurtypen: X
Nachdem ich Euch in den vergangenen Wochen bereits verschiedene Figurtypen vorgestellt habe, widmen wir uns heute einer Silhouette, die vermutlich jeder sofort vor Augen hat, wenn von einer "weiblichen Figur" die Rede ist. Kurven an den von der Allgemeinheit bestimmten "richtigen Stellen", eine schmale Taille und Proportionen, die seit Jahrzehnten als Schönheitsideal gefeiert werden.
Ich könnte diesen Post auch "Willkommen bei der Sexbombe!" nennen, wohlwissend um die Provokation dieser Aussage. Ich mach mir jedoch gar keine Sorgen, denn Ihr kennt mich inzwischen gut genug, um zu wissen, dass auch solche nicht ganz political korrekten Seitenhiebe natürlich mit einem Augenzwinkern gemeint sind.
Aber selbst wenn Frauen mit X-Figur sich mit ihrer Steuererklärung beschäftigen, an ihrer Doktorarbeit schreiben oder ihr Fahrrad reparieren, lässt sich nicht leugnen, dass kaum ein anderer Figurtyp von unserer Gesellschaft so unmittelbar mit Weiblichkeit, Sinnlichkeit und Attraktivität verbunden wird als die klassische Sanduhrfigur.
Schauen wir zunächst auf die Fakten. Der X-Figurtyp zeichnet sich durch ausgewogene Proportionen zwischen Schultern und Hüften aus. Dazwischen liegt eine deutlich erkennbare Taille, die der Figur ihre charakteristische Sanduhrenform verleiht. Hinzu kommen häufig eine vollere Oberweite, ein runder Po und feminine Hüften.
Interessant ist übrigens, dass dieser Figurtyp keineswegs zufällig bis heute als Inbegriff weiblicher Schönheit gilt. Vor allem in den 1940er- und 1950er-Jahren war die Sanduhrfigur das erklärte Schönheitsideal. Nach den entbehrungsreichen Kriegsjahren sehnten sich viele Menschen nach Wohlstand, Geborgenheit und einer Rückkehr zur traditionellen Familie. Okay, für mich als Feministin wären die 50er sowas wie die Vorhölle gewesen, gleich nach dem Mittelalter, aber das ist ein anderes Thema...😂
Genau dieses vermeintlich heile und romantisierte Lebensgefühl spiegelte sich auch im Frauenbild wider: eine schmale Wespentaille, eine üppige Oberweite und feminine Hüften galten als Symbol für Gesundheit, Fruchtbarkeit und Lebensfreude. Designer wie Christian Dior machten mit seinem berühmten "New Look" die betonte Taille und weit schwingende Röcke weltberühmt, während Korsagen und Mieder wieder Hochkonjunktur hatten.
Die Filmstudios lieferten gleich die passenden Ikonen dazu. Marilyn Monroe, Sophia Loren, Jayne Mansfield oder Elizabeth Taylor verkörperten jene üppige Weiblichkeit, die damals als nahezu unerreichbares Ideal gefeiert wurde. Gleichzeitig entstanden die berühmten Pin-up-Girls: Frauen mit roten Lippen, schmalen Taillen, geschwungenen Hüften und einem koketten Lächeln, deren Bilder in unzähligen Werkstätten, Spinden und Soldatenunterkünften hingen. Interessanterweise zeigten diese Pin-ups im Vergleich zu heutigen Social-Media-Standards oft erstaunlich wenig Haut. Die eigentliche Erotik lag weniger in nackter Haut als vielmehr in der Betonung der weiblichen Silhouette.
Obwohl sich Schönheitsideale seitdem mehrfach komplett verändert haben - in den 1960ern dominierte plötzlich der extrem schlanke, fast androgyn wirkende Typ, später folgten Aerobic-Körper, Heroin Chic oder Instagram-Kurven - scheint sich die Sanduhrfigur hartnäckig in unserem kollektiven Gedächtnis gehalten zu haben.
Auch heute noch hören viele Frauen mit X-Figur schon früh Sätze wie: "Du hast aber tolle Kurven", "Du brauchst doch gar nichts mehr für deine Figur zu tun". Oder den Klassiker: "Du hast ja eine Traumfigur!". Was zunächst wie ein großes Kompliment klingt, hat allerdings eine zweite Seite. Denn unser Gehirn verbindet eine schmale Taille und ausgeprägte Kurven seit Jahrtausenden automatisch mit Fruchtbarkeit, Weiblichkeit und Attraktivität. Evolutionsbiologisch mag das durchaus sinnvoll gewesen sein.
Im Alltag führt es allerdings dazu, dass Frauen mit X-Figur häufig Eigenschaften zugeschrieben bekommen, die mit ihrer Persönlichkeit möglicherweise überhaupt nichts zu tun haben. Sie wirken sinnlich. Sie wirken selbstbewusst. Manchmal sogar verführerisch, erotisch und sexy. Nicht, weil sie etwas dafür tun, sondern einfach, weil ihr Körper diese Botschaft aussendet.
Das kann durchaus Vorteile haben, doch genau darin liegt wie bei so vielem auch gleichzeitig die Krux. Denn obwohl wir glücklicherweise in Zeiten leben, in denen man Frauen nicht mehr aufs Äußere reduziert, passiert es diesem Figurtyp eben doch noch gelegentlich, dass andere zuerst den Körper wahrnehmen und erst danach den Menschen.
Hinzu kommen die ganz praktischen Herausforderungen: Blusen stehen über der Brust unter Dauerbelastung, während sie an der Taille viel zu weit sind. Jeans passen an Hüfte und Po perfekt, klaffen dafür am Bund. Kleider sitzen entweder oben oder unten, aber nur selten überall gleichzeitig. Und wer schon einmal versucht hat, eine klassische weiße Hemdbluse ohne Stretchanteil über eine größere Oberweite zu schließen, weiß vermutlich ziemlich genau, was ich meine.
Viele X-Frauen entwickeln deshalb im Laufe der Jahre eine interessante Strategie. Sie verstecken ihre Figur unter weiten Pullovern, geraden Schnitten oder Oversize-Looks. Bloß nicht zu figurbetont. Bloß nicht "zu sexy". Denn wer ohnehin ständig Kommentare über seinen Körper bekommt, versucht manchmal unbewusst, ihn möglichst unsichtbar zu machen. Dabei geht es häufig gar nicht um Scham, sondern schlicht darum, endlich einmal wegen anderer Dinge wahrgenommen zu werden.
Und genau an dieser Stelle kommt für mich auch das Thema Styling ins Spiel. Nicht als Korrekturmaßnahme, sondern als psychologisches Werkzeug. Die X-Figur muss nicht versteckt werden. Aber genauso wenig muss sie permanent in Szene gesetzt werden.
Entscheidend ist vielmehr, dass Kleidung die natürlichen Proportionen unterstützt, statt gegen sie zu arbeiten. Im Fall der X-Figur greifen vor allem taillierte Schnitte, Wickelkleider, Gürtel, gut sitzende Blazer oder hoch geschnittene Hosen die vorhandene Silhouette harmonisch auf, ohne sie künstlich zu überzeichnen. Nicht, weil Ihr Eure Figur "zeigen müsst", sondern weil Kleidung dann häufig einfach stimmiger wirkt.
Natürlich sollt ihr selbst entscheiden, welche Wirkung Ihr erzielen möchtet. Denn genau darum geht es letztlich beim Stil: nicht darum, Erwartungen anderer zu erfüllen, sondern die eigene Persönlichkeit sichtbar zu machen. Die Botschaft an alle Sanduhren da draußen lautet deshalb: ihr dürft eure Kurven lieben. Ihr dürft sie betonen. Ihr dürft sie verstecken. Nicht, weil ihr euch rechtfertigen müsst, sondern weil es eure Entscheidung ist. Denn eure äußere Erscheinung mag beeinflussen, wie andere euch auf den ersten Blick wahrnehmen, sie entscheidet aber ganz bestimmt nicht darüber, wer ihr seid.
Und deshalb gilt heute ganz besonders für alle Frauen mit X-Figur mein persönliches Mantra:
Geht liebevoll mit eurem Körper um. Begegnet eurem Spiegelbild mit Wohlwollen - genauso selbstverständlich, wie ihr auch die Körper anderer betrachtet. Denn wahre Weiblichkeit hat nichts mit Zentimetern an Taille oder Hüfte zu tun, sondern u.a. auch mit der Freiheit, den eigenen Körper nicht ständig erklären oder entschuldigen zu müssen.









Liebe Maren,
AntwortenLöschenwenn ich auch nicht weiß, welchem Figurtyp ich entspreche, so weiß ich doch, was ich nicht bin.
Und das ist Figurtyp X. Da bin ich sozusagen das Gegenteil.
Aber ich kenne Frauen , die solch einem Figurtyp entsprechen und ja es stimmt (zumindest für mich), sie sind voll weiblich und beeindruckend, ohne dass sie großartig dafür was tun. Wenn das gepaart ist mit Selbstbewusstsein, dann holla die Waldfee.
Da kann ich verstehen, dass manche mickrigen Männlein Angst davor haben.
Liebe Grüße, bist du noch in Mordor?.
Claudia
Liebe Claudia,
Löschenich glaub auch, dass das viele beeindruckt.
Bin back to Munich und zähle die Tage bis zu den Ferien. Grade ist bei allen irgendwie die Luft raus.
Liebe Grüße
Maren
Besser back to Munich als back to black, oder nich?
LöschenSich selbst wohlwollend zu sehen, ist schon die halbe Miete.
Meine Haare z.B. sind weißgrau und länger , als es sich für eine Frau meines Alters gehört. ;-)
Das ist mir sowas von egal. Ich mag es, wenn ich im Sommer schwimmen war und ich meine "Beach waves" habe. ;-)
Irgendwann ist es doch mehr an der Zeit, sich mit sich selbst wohlzufühlen als zu überlegen, was könnte der oder die sagen.
Und das witzige ist, du musst nur noch einem gefallen - dir selbst - und nicht hundert anderen.
Erspart enorm viel (nicht vorhandene) Energie.
Ihr habt noch lang bis zu den Ferien, glaub ich. Aber dafür habt ihr auch dann noch, wenn die anderen wieder müssen.
Halt durch, liebe Maren. :-)
Viele Grüße,
Claudia
Ich war gestern schon um 1/2 8 im Bett.
du musst nur noch einem gefallen - dir selbst - und nicht hundert anderen - das unterschreib ich gerne und unterstreich's auch noch doppelt!
LöschenUm halb acht im Bett - weia! Manchmal geht's mir auch so, mir fallen die Augen zu, bin so feddisch...
Sind noch 4 Wochen, juchhuuu!
Danke! Halt du auch durch...! Die neue Hitzewelle wird nicht mehr so schlimm...
Viele Grüße!
Dein persönliches Mantra gefällt mir immer am besten, liebe Maren.
AntwortenLöschenSehr gut hast du die X-Figur erklärt und auch ihre Wirkung.
Stelle ich mir auch nicht immer angenehm vor in dieser Figur zu stecken. Aber ich bin eh weit davon entfernt.
Auf jeden Fall ist es beeindruckend, wie Du jeweils die Figur-Typen rausgearbeitet hast und wie sie in der Gesellschaft rezipiert werden.
Gibt es Adäquates auch über die männliche Figur?
Haben Dir gestern nachmittag die Ohren geklingelt, so wie ich an Dich gedacht habe im Hirschgarten...? :-) Schade, dass Du nicht in M warst.
Herzliche Grüße
Sieglinde
Liebe Sieglinde, danke!
LöschenDas ist eine interessante Frage, wir sehen ja auch alle unterschiedliche Männerfigurtypen, aber auch, wenn das Ideal leider wie auch bei den Frauen in nur eine Richtung geht und die Fitnessstudios davon profitieren, so glaub ich nicht, dass die Männer das so interessieren würde. Mich würde es eher langweilen :-))) da schreib ich lieber über Frauen...
Oh, das freut mich, dass du im Hirschgarten an mich gedacht hast :-)))) Wart ihr im Biergarten?
Herzliche Grüße
Maren
Ja, wir waren im Biergarten und es war so ein schönes Wetter dafür. Vor 30 Jahren war ich das letzte Mal da...
LöschenHerzlich,
Sieglinde
Gelacht habe ich über die Bemerkung zur klassischen-weißen Bluse, die über der Brust nur mit Mühe zugeknöpft werden kann. Das ist ein Grund, warum ich in späten Jahren nur noch auf Jersey zurückgegriffen habe. Dieses Luschern in den klaffenden Blusenspalt schon bei meinen Schülern als ganz, ganz junge Lehrerin könnte mir glatt die Schamesröte ins Gesicht steigen lassen, sähe ich das Problem nicht auf der anderen Seite. Auch wenn die Sanduhrsilhouette nicht mehr so deutlich ist: Ich stehe zu meiner X-Figur, auch wenn sie inzwischen zur Fülle neigt. Und ja, deine Tipps unterstreiche ich ( bis auf die Bemerkung zur Tasche: Da denke ich praktisch: Crossbody. Ich muss die Hände frei haben, denn ich bin ein zupackender Mensch. )
AntwortenLöschenSonntagsgrüße!
Astrid
Ja, und wegen meines breiten Kreuzes und auch nicht so wenig Oberweite ist mir das Problem selbst nur allzu bekannt... :-))) Verstehe nicht, wie man immer nur solche Einheitsgrößen herstellen kann, viele Frauen passen dich nicht in die gängigen Größen :-))).
LöschenEine X Figur bleibt es immer, auch wenn sie zur Fülle neigt. Das mit der Tasche (nicht an Hüfte tragen) ist auch leicht übertrieben :-D
Liebe Grüße Maren
Liebe Maren, wie immer ein sehr wertschätzend betrachteter Beitrag. Dein Schlusswort ist einfach immer mega. Ja das X kenne ich, wenn auch immer noch füllig um Taille und Bauch. Das Alter lässt die Taille schwinden. Ich bin ja Fan der femininen Silhouette 🤭
AntwortenLöschenIch wünsche Dir einen schönen Sonntag, liebe Grüße Tina
Danke! <3 Ja, das "Alter"... :-))) Aber zum Glück schenkt es einem auch die Gelassenheit, dass es möglicherweise größere Probleme gibt als die Taille :-)))
LöschenDanke, ich wünsch dir eine schöne Woche! Liebe Grüße Maren
Liebe Maren, wieder ein wunderbar gestalteter Post mit Deinen pointierten Ausführungen. Ich werde nie ein X-typ sein....geht ja gar nicht :-). Aber mit einigen Korrekturen kann schon mal die Richtung stimmen. Ja, dieser Typ ist wirklich der Innbegriff der wunderschönen Weiblichkeit. Soweit ich mich zurückerinnern kann war dieser Frauentyp immer etwas anziehend für mich. Kann ich nicht erklären....aber ist einfach so. Und das ist für meine beiden Seiten so. Die Modeindustrie ist da allerdings nicht ganz darauf eingerichtet. Models über 1,80 und ohne Rundungen....da muß die X-Frau schon erfinderisch sein.
AntwortenLöschenEine gute Zeit und alles Liebe...und immer wieder ein dankeschön für Deine netten Kommentare in meinem Blog.
Alles Liebe
Violetta
Liebe Violetta, lieben Dank! Ach was, viele Frauen sind auch kein X, also mach dir nix draus. Dafür kannst du mit ellenlangen Beinen punkten, um die dich alle beneiden :-DDD
LöschenIch sag mal so: je älter ich werde, umso dehnbarer ist für mich auch der Begriff "Attraktivität". Inzwischen finde ich es schon attraktiv, wenn jemand nicht permanent Schwachsinn verzapft! Hihihi. Die Modeindustrie ist allerdings auf nix außerhalb des jeweiligen Ideals eingerichtet.
Sehr gerne, Danke dir ebenso!
Alles Liebe Maren
Toll beschrieben! Beim Lesen dachte ich, ja so könnten sich Frauen mit dem Figurtyp X manchmal fühlen.
AntwortenLöschenMir gelang es erst im fortgeschrittenen Erwachsenenalter meine Körperform zu mögen.
Die Frage von Sieglinde finde ich interessant. Würde Männer das überhaupt interessieren? :)
Ich wünsche dir einen schönen Sonntagabend, liebe Grüße
Vielen Dank! Ich bin auch erleichtert, dass mein "fortgeschrittenes Alter" mir Gelassenheit schenkt, was meine Sicht auf meinen Körper betrifft. Ich lebe und bin einigermaßen gesund, alles andere ist fast schon pillepalle. Und wie du sehe ich mein Äußeres viel wohlwollender.
LöschenIch denke, Männer würde das weniger interessieren ;-)))
Danke, hab du eine schöne Woche! Liebe Grüße
Sehr schön beschrieben liebe Maren. Als junge Frau hatte ich tatsächlich Schwierigkeiten mit den Hosen. Am Po immer zu eng, in der Taille zu weit. Auch Blusen sind nicht meine besten Freundinnen. Jetzt ist es so, dass ich zwar immer noch eine Taille habe, dafür ein "Bäuchlein". Von daher sind Hosen schwieriger geworden. Zum Glück gibt es heute Stretch. Das gleicht Unebenheiten aus.
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Sabine
Danke, liebe Sabine! Ja, das ist ein häufiges Problem und beweist mal wieder, dass Kleidung in den Geschäften halt leider nicht auf alle Körperformen passen. Blusen und Blauer "sprenge" ich auch häufig :-))) Ja, zum Glück, ohne Stretch würde ich gar keine Hosen mehr tragen wollen/können! :-)))
LöschenLiebe Grüße
Maren
Wie immer toll geschrieben. Blusen ist nicht so meins, wenn dann trage ich die offen und ein Shirt drunter oder über ein Kleid.
AntwortenLöschenWas ich mal wieder gerne hätte ein kleines schwarzes.
Liebe Grüße
Ursula
PS: Hier hat es gut abgekühlt wobei es soll ja wieder.....wärmer werden.
Vielen Dank, Ursula! Ich glaub, mit Blusen haben viele so ihre Probleme :-)))
LöschenEin kleines Schwarzes hatte ich glaub ich noch nie.
Liebe Grüße Maren
Gerade ist es temperaturmäßíg total erträglich, es regnet sogar... sehr angenehm!
Liebe Maren, wieder ein richtig spannender Beitrag! 😊 Ich glaube, ich habe in anderen Kommentaren zu dieser Serie bereits erwähnt, dass ich total mag, wie du nicht nur die typischen Stylingtipps gibst, sondern auch die gesellschaftliche und psychologische Seite mit einbeziehst.
AntwortenLöschenDass Frauen mit einer Sanduhrfigur sich manchmal bewusst "verstecken", weil sie nicht ständig auf ihren Körper reduziert werden möchten, ich verstehe das vollkommen.
Und ich stimme natürlich zu, dass jede Frau selbst entscheiden dürfen sollte, ob sie ihre Kurven betonen oder eben nicht – ganz ohne Erwartungen von außen.
Ein weiterer hervorragender Artikel in dieser Reihe mit ganz viel Herz. ❤️👏 Vielen Dank!
Gruß & Kuss,
Claudia
Liebe Claudia, Danke! <3 Ja, das hast du und ich freu mich sehr über deine Einschätzung!
LöschenJa, ich kann mir vorstellen, dass frau manchmal auch einfach eher unsichtbar sein möchte.
Nochmal lieben Dank für deine wunderbaren Kommentare zu dieser Serie... ❤️
Gruß & Kuss
Maren
Liebstige Maren,
AntwortenLöschenjuhu, das X ist da! Nachdem du mir ja bestätigt hast, dass meine Proportionen wohl am ehesten in diese Kategorie passen, war ich schon besonders neugierig auf diesen Buchstaben und habe deinen Beitrag gern gelesen. Das mit der Sexbomben-Traumfigur ist bei mir wahrscheinlich nicht so ganz zutreffend, aber ich bin durchaus froh, dass ich sowas wie eine Taille habe. (Figürlich so ziemlich das einzige, um das meine Mutter mich beneidet hat und nicht umgekehrt 😉.) Zum Glück bin ich mittlerweile in einem Alter oder Lebensstadium gelandet, wo ich es tatsächlich schaffe, meinem Körper mit Wohlwollen zu begegnen.
Deinen Matschbirnenpost fand ich auch super geschrieben und sehr zutreffend. Ich bin sowas von froh, dass ich nicht mehr arbeiten muss - wobei es Leute gibt, die lieber ins Büro gehen (weil sie dort Klimaanlage haben - hatte ich aber nie), statt daheim zu beiben. Zum Glück hatten wir inzwischen etwas "Erfrischung von oben" und nun fühlt sich das Haus wieder luftiger an. Ich habe für meine Beine ein erfrischendes Mentholspray, und eine leere Spraydose habe ich mit Wasser gefüllt, damit bespritze ich, wenn es sehr heiß ist, meine Arme, meinen Oberkörper, meine Matschbirne... Das hilft zumindest en bisserl...
Alles Liebe, 🤗 Traude
https://rostrose.blogspot.com/2026/06/reisebericht-2025-von-ahornblattern-und.html
Liebstige Traude,
Löschendoch ja, ich sehe dich eher als X, auf jeden Fall sind ja genug Kurven vorhanden :-))) Und ich glaube, man selbst sieht sich immer kritischer. Ich bin auch froh, meinen Körper nicht nur neutral, sondern auch wohlwollend zu betrachten, der mich immerhin mein Leben lang begleitet und "gestützt" hat. Früher hätte ich mir eher eine "asiatische" I- oder H-Figur gewünscht, einfach gerade, schlank, asketisch und nicht zu groß. Das hat aber die Natur anders gewollt :-)))
Hier regnet es gerade, puh, ich bin so froh, dass es weitgehend abgekühlt hat. Sonst hält man das ja nicht auf Dauer aus! Und in der Arbeit sind die Temps noch unerträglicher, sind ja nur Kinder, die kollabieren i.d.R. nicht so schnell. Deine "Maßnahmen" gegen die Hitze sind echt gute Tipps! :-)
Alles Liebe, Maren
Ja. Ich bin vermutlich sowas wie ein X. Oder vielleicht auch ein A. Ich habe auf alle Fälle noch immer sowas wie eine Taille. Früher noch viel mehr als heute. Also war mein Hintern auf 100 cm langen Beinen ein massiver Hingucker, auf den ich nur zu gerne verzichtet hätte. Wäre ich jemals wirklich richtig schlank gewesen, hätte ich wohl einen recht kleinen Busen aber noch immer einen breiten Hintern gehabt. Was ich im Prinzip nicht schlimm gefunden hätte, wenn... ja wenn es eine tiefsitzende, geschwungene Sanduhrhüfte gewesen wäre, und nicht eine quadratische, die wie ein Fremdkörper auf langen dünnen Stelzen und unterhalb einer schmalen Taille "fehlmontiert" worden wäre.
AntwortenLöschenIch habe ihn schon immer doof und optisch überarbeitungswürdig gefunden und vor fast 30 Jahren beschlossen, ihn einfach zu vergessen. :-) Ich wiege mich nicht mehr und schaue mich auch nicht mehr von hinten im Spiegel an.
BG Sunny
Was heißt "richtig" schlank? Du bist doch schlank. Aber sehr selbstkritisch wie die meisten Frauen. Ich glaube, wenn wir keine eindeutigen "Schönheitsideale" hätten, die sich ja auch laufend ändern - mal sind Kurven in, dann wieder I-Formen - dann gäbe es diese Kritik viel weniger, denn alles ist doch letzten Endes reine Geschmackssache.
LöschenHat sich dein selbstkritisches Bild auch mit den fortgeschrittenen Jahren nicht geändert?
Ich betrachte meinen Körper inzwischen dankbar, da er mich mein Leben lang begleitet und gestützt hat und bis auf wenige Kleinigkeiten gesund geblieben ist, das allein macht mich schon dankbar. Breite Stellen, Speckrollen, Dellen, was soll's.
LG Maren
"Owohl wir glücklicherweise in Zeiten leben, in denen man Frauen nicht mehr aufs Äußere reduziert..." - also, diese Aussage würde ich doch sehr in Frage stellen. Gerade in Zeiten der soz.Med. reduziert sich so vieles gerade nur noch auf das Äussere. Und wenn alle paar Monate von Influencern und anderen "wegweisenden Akteuren" neue Ideale propagiert werden (mal viel Po, mal weniger, erst viel Oberweite, dann lassen sich wieder manche "Busenwunder" soz.medienwirksam das Silikon entfernen, zur Abwechslung ist der unsägliche Thigh Gap das höchste der zu erreichenden Ziele ectpepe), dann verunsichert das gerade auch junge Menschen total, animiert zum Nacheifern und sorgt dafür, dass am Ende alle gleich aussehen (möchten). Und das Selbstbewusstsein, zu seiner Figur und Optik zu stehen, wie wir (Alten) es inzwischen (hoffentlich) können, erfordert viel Arbeit am eigenen Selbstwert.
AntwortenLöschenIn der Art und Weise, wie sich ein Körper z.B. gerade in zunehmendem Alter rasant verändern kann bedarf es schon einer ordentlichen Portion gefestigter Selbstachtung und -vertrauen, um sich damit wohl zu fühlen und dazu stehen zu können. Ich bin meinem Körper einfach dankbar, dass er mich immer noch gut und einigermassen flott durch die Tage bringt und hoffe, dass es noch lange so bleibt. Mehr verlange ich nicht von ihm- und das ist eigentlich das Wichtigste, was er für mich tun kann.
Ganz egal, ob ich nun ein I, ein X oder was auch immer bin! 😉
Danke für deine angenehm zu lesenden Posts und die Arbeit, die du dir damit machst,
herzliche Grüsse!
Ja, stimmt, wenn man die Medien betrachtet, ist das wohl leider so, wie du sagst :-((
LöschenIch dachte eher an die neue "Body Positivity" und das damit verbundene gesellschaftliche No-Go, Menschen nicht mehr anhand ihres Äußeren zu kritisieren, wie das in unserer Generation ja noch völlig selbstverständlich war. Da erlebe ich tatsächlich eine Veränderung - aber was die "Vorbilder" betrifft, das ist völlig richtig, da gibt es ein Ideal und weil ja auch alles machbar ist, sehen immer mehr junge Frauen sich mittlerweile ziemlich ähnlich...!
Wenn ich die (Blog-) Fotos von allen betrachte, die sich z.B. hier so selbstkritisch betrachten, dann ist mir manchmal zum Heulen. Ich mag meinen Körper immer mehr, je älter ich werde, weil sich meine Sichtweise total geändert hat. Inzwischen fühl ich mich auch mehr wegen meines Alters diskriminiert (nicht auf dem Blog, aber im Alltag!) als wegen irgendeiner anderen "Unperfektion". Als wär's ab Mitte 50 eh komplett egal, wie man aussieht. Von einer Natürlichkeit im Umgang mit unseren Körpern sind wir demnach leider doch noch weit entfernt...!
Vielen Dank und herzliche Grüße an dich!