Sunday Colors: Wellness


Mein vierwöchiger Urlaub und das damit verbundene Lotterleben sind ja nun schon seit geraumer Zeit Vergangenheit, und das neue Schuljahr hat mir bereits jetzt unerbittlich und leider auch ein wenig hämisch vor Augen geführt, dass ich wohl besser nicht dem Irrtum aufsitzen sollte, das mit der Entspannung ginge nun ewig so weiter...!



Wobei ich eines ganz deutlich erkannt habe: es ist nicht unbedingt immer das Verhalten meiner kleinen Stressbacken, das meinen Blutdruck in die Höhe schießen lässt. Nein, meistens ist es etwas ganz anderes. Die Umstände. Zum Beispiel die krankheitsbedingten Ausfälle von Kolleginnen und Kollegen, die kompensiert werden müssen. Und die damit verbundene, für mich zunehmend fragwürdige moralische Einstellung derjenigen, die sich so häufig krankschreiben lassen, dass ich mittlerweile nur noch genervt die Augen rolle. 

Dazu kommt die für mich reichlich widersprüchliche Tatsache, dass diejenigen, die nicht krank sind, nicht nur deren Ausfälle auffangen, sondern gefühlt auch sonst für alles herhalten müssen. Frei nach dem Motto: Herzlichen Glückwunsch, du bist anwesend - nimm schon mal die A-Karte! 

Also, ich sag mal so: wenn man mich einfach in Ruhe meiner eigentlichen Arbeit nachgehen ließe, nämlich der Förderung meiner verhaltensoriginellen Schützlinge, hätte ich damit grundsätzlich überhaupt kein Problem. 



Und dennoch gibt es nach wie vor diese Momente, die einen selbst nach dem anstrengendsten Arbeitstag wieder versöhnen. Erst kürzlich umarmt mich beim Verabschieden ganz spontan ein supercooler Neunjähriger, der ansonsten ständig von Waffen, Töten und Rache spricht. Schluchz! Ein achtjähriges Mädchen, mit dem ich täglich nicht wenige Konflikte ausfechten musste, schreibt und malt mir einen rührenden Liebesbrief: "Marin, ich libe diech, du bist die Beste!" Heul! Und ein Wesen, das sich offenbar nicht unbedingt auf diesem Planeten, sondern in den für uns Außenstehende manchmal ziemlich undurchschaubaren Sphären des Autismus-Spektrums bewegt, räumt nach drei Wochen täglicher Übung tatsächlich von ganz allein seinen Schulranzen auf. Hurra! 

Und als wäre das alles nicht schon Belohnung genug, hab ich mal wieder eine Gehaltserhöhung bekommen. Eine verdiente, wohlgemerkt, aber trotzdem. Yippie! Tja, und da ich inzwischen schon gar nicht mehr weiß, wohin mit dem ganzen Geld, das man bekanntlich am Ende nicht einmal essen kann, suche ich seit geraumer Zeit verzweifelt nach Möglichkeiten, es auszugeben. 😂



Meine Lebensmitteleinkäufe lasse ich mir, wie ich bereits in einem anderen Post erwähnt habe, regelmäßig liefern und anschließend drei Treppen hinauf schleppen. Aber auch andere Dinge des schnöden Alltags habe ich nach und nach outgesourct, sodass ich mich in meiner kostbaren Freizeit eigentlich nur noch meiner Erholung und Entspannung widmen könnte. Oder so. Na gut. Schön wär's!

Aber zumindest ist das mein erklärtes Ideal. Und weil man Ideale bekanntlich pflegen sollte, habe ich mich in letzter Zeit ein wenig mit dem Thema kleine Wellness-Oasen im Alltag beschäftigt. Meine neueste Errungenschaft in Sachen gepflegte Füße statt verbissener Selbstversuche beispielsweise ist ein kleines Studio, welches ich vor kurzem ganz in meiner Nähe entdeckt habe, in welchem Fußpflege, Pediküre und Maniküre angeboten werden. Inspiriert hat mich dazu übrigens CLAUDIA, die in regelmäßigen Abständen auf ihrem Blog CLAUDIAS WELT ihre von ihrer Freundin LIDIA manikürten Nägel präsentiert. Was die beiden da zaubern, ist teilweise schon kleine Nagelkunst! Da bekam ich irgendwann Lust, mir selbst einmal etwas ähnlich Gutes zu tun...


Mein neu entdecktes Studio ist jedenfalls hübsch und modern eingerichtet, hat kulante Öffnungszeiten, und die beiden Frauen, die es betreiben, arbeiten professionell und sind ausgesprochen freundlich und charmant. Was mir ebenfalls wichtig war: es handelt sich eben nicht um eines dieser riesigen, penetrant nach Aceton riechenden und ziemlich unpersönlichen Nagelstudios, in denen man zu Dumpingpreisen im Akkord abgefertigt wird. Ich mag es lieber ein bisschen persönlicher, angenehmer und mit dem guten Gefühl, dass hier nicht nur meine Hände und Füße, sondern auch ich als Kundin wahrgenommen werde.



Bei meinem ersten Besuch am vergangenen Samstag habe ich deshalb gleich das volle Programm auffahren lassen: erst eine Maniküre, anschließend Fußpflege und Pediküre. Inklusive Farbe. Und was soll ich sagen? Es war rundum ein tolles Erlebnis! Das Ergebnis kann sich sehen lassen, wirkt gepflegt und gefällt mir richtig gut. 


Ich habe mir jedenfalls vorgenommen, das Studio von nun an regelmäßig zu besuchen. Vor allem die Fußpflege kommt im Alltag nämlich häufig zu kurz. Außerdem wird es mit zunehmend anspruchsvoller Kurz- und Weitsichtigkeit und ächzenden Gelenken immer aufwändiger, selbst an den eigenen Fußnägeln herumzuhantieren, das geb ich offen zu. Da ist es doch wesentlich angenehmer, sich bei beruhigender Hintergrundmusik, einem warmen, sprudelnden Fußbad und auf einem Relaxsessel mit Massagefunktion einfach zurückzulehnen und die Verantwortung für die eigenen Zehennägel vertrauensvoll in andere Hände zu legen. 


Eine weitere kleine Alltags-Oase habe ich ebenfalls schon ins Auge gefasst: das Hallenbad mit Sauna, das sich ganz in meiner Nähe befindet. Dort möchte ich künftig regelmäßig meine Freitagabende verbringen. Ein bisschen schwimmen, anschließend in die Sauna, die Woche aus den Knochen schwitzen und den Kopf freibekommen. Klingt doch nach einem ziemlich vernünftigen Plan für die kalten Wintermonate, oder?

Leider befindet sich das Bad derzeit noch weitgehend im Umbau. Sobald es vollständig geöffnet ist, werde ich es ausprobieren und euch natürlich berichten, ob sich dort tatsächlich eine neue kleine Wohlfühloase für mich auftut. Bis dahin übe ich mich in Geduld. Was mir bekanntlich besonders leichtfällt, wenn ich gerade völlig entspannt bin. Also praktisch immer. Ähem.

Denn seien wir ehrlich: wir alle brauchen solche kleinen Fluchten aus dem Alltag. Das muss weder ein Wellnesshotel noch ein teurer Spa-Aufenthalt sein. Manchmal reicht schon ein gutes Buch, ein ausgiebiges Bad, ein Spaziergang ohne konkretes Ziel oder eben eine professionelle Fußpflege, bei der man sich eine Stunde lang um rein gar nichts kümmern muss. Und wenn das Ganze dann auch noch dabei hilft, die hart erarbeitete Gehaltserhöhung sinnvoll unter die Leute zu bringen, ist das doch quasi eine Win-win-Situation. 😂

Welche kleinen Wellness-Oasen gönnt ihr euch im Alltag? Seid ihr Team Fußpflege und Maniküre, Team Sauna und Schwimmbad oder eher Team Sofa, Kuscheldecke und absolute Ruhe? Und was hilft euch dabei, nach einer anstrengenden Woche wieder bei euch selbst anzukommen? Ich bin gespannt auf eure Tipps - schließlich kann und darf ich mich in Sachen Selbstfürsorge immer noch ein bisschen inspirieren lassen!


OUTFIT:

Kleid: Uniqlo
Strickjacke: 2nd Hand
Schuhe: Kate Spade (2nd Hand)
Tasche: aus Las Palmas, Gran Canaria
Ringe: TkMaxx und von Claudia
Brosche und Hornarmreif: Da Sempre

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