KLANGFARBEN: ein Song - ein Outfit: BOTH SIDES NOW


Bevor ich mit dem heutigen Song bzw. der heutigen Künstlerin loslege, muss ich glaub ich ein bisschen was zu meiner frühen musikalischen Sozialisation erklären: dadurch, dass meine Eltern sehr jung Kinder bekommen hatten, war deren Musikgeschmack für die damalige Zeit ziemlich modern und vielseitig. Aufgewachsen bin ich also mit Pink Floyd, Janis Joplin, Joe Cocker, den Stones, den Beatles, Carlos Santana, Melanie Safka, Cat Stevens, den Eagles, Leonard Cohen, Udo Lindenberg sowie sämtlichen "linken" Liedermachern (Wader, Wecker, Biermann, Degenhardt: ich kenn sie alle!😀) der 70er und 80er Jahre. 

Das war echt nicht immer angenehm. Ich weiß auch nicht recht, ob ich darüber lachen oder ob es mir peinlich sein soll, dass ich im zarten Alter von etwa 9 Jahren sozialistische Arbeiterlieder ("... und weil der Prolet ein Prolet ist...!"), die gesamte "Dark Side of the Moon" (auf "denglisch" natürlich, oh Mann, ich hasse Pink Floyd!) auswendig mitsingen, sowie die Bourbon-lastige Stimme von Janis Joplin ("Crrrryyyyy Baby!") imitieren konnte. Oder dass ich als Twen meine Mutter beim Besuch bat, sie möge doch diese schreckliche Musik (oh Mann, ich hasse AC/DC!😀) leiser drehen... 

Also, was machst Du in der Pubertät, wenn die Eltern einen so progressiven Musikgeschmack besitzen und die ältere Schwester bereits alles Punkige und Rockige, was die Zeit so hergab, "besetzt" hat? Wie soll man da bitteschön in aller Ruhe rebellieren? Eine Zeit lang hörte ich sogar ABBA. Später auch Jazz und Klassik. Reine Trotzreaktionen! (Und nicht, dass es irgendwen gejuckt hätte...!).


Und dann - relativ spät, erst mit Ende 20! - entdeckte ich

JONI MITCHELL.

Bis dato kannte ich ihre Musik noch kaum, vermutlich weil ihre damals noch wirklich echt nervige hohe Stimme (später wurde aus dem nölenden Sopran dank lebenslangem Kettenrauchens eine dunkle, rauhe, "jazzige" Stimme!) bei uns zu Hause verständlicherweise keiner ertragen konnte. Und deshalb gehörte Joni mir ganz allein. Ihr Album "BLUE" hörte ich rauf und runter, nachdem binnen kürzester Zeit in meinem Leben einige Dinge passiert waren, die fast schon "Joni-Potenzial" hatten! Verluste sehr nahe stehender Personen, Trennungen, missglückte Anfänge, Ängste, Einsamkeit, Enttäuschungen - alles in Mehrzahl. Ich kann im Nachhinein nur sagen, dass ich nie wieder dorthin will.

Kein Wunder! Denn nach außen hin beteuerte ich natürlich allen und mir selbst, wie gut ich klar komme. Und wie man heute sieht kam ich ja auch (erschreckend) gut klar. Brauchte ich Hilfe? Ich doch nicht! BLUE durfte ich eh immer nur sein, wenn ich ganz allein war. Joni und ich, wir waren also ein echtes Dream Team! Auch sie, das musste ich nicht nachlesen, das konnte ich durch die Musik spüren, hatte nicht ganz einfache Zeiten hinter sich. Das tröstete mich irgendwie.

Die schöne Joni ist für mich nicht nur eine geniale Musikerin, sondern auch eine echte Stilikone.
Ihr Style war und ist natürlich immer etwas hippiemäßig angehaucht, aber nicht zu sehr.

Deshalb will ich auch heute gar nicht viel mehr über Joni Mitchell's Musik und Werdegang erzählen, denn das hat bereits Astrid von Le monde de Kitchi in aller Ausführlichkeit in diesem sehr interessanten Post "great women # 199 Joni Mitchell" getan! Wer sich dafür interessiert, sollte dort gerne nachlesen.

Und den Song braucht Ihr Euch diesmal auch nicht anhören, denn er gehört musikalisch keineswegs zu ihren besten (eher im Gegenteil!). Was daran interessant ist, ist einzig und allein der grandiose Text. Und hier muss man bedenken, wie jung Joni war, als sie ihn schrieb. Etwa 23. Ich finde es äußerst beachtlich, wie man in so jungen Jahren bereits so weise sein kann. Um diese Lebens-Weisheit noch deutlicher zu transportieren, hab ich versucht, den Song ins Deutsche zu übersetzen. Passt auch sehr gut in die rührselige, stade Zeit! Und besonders schön finde ich, dass der Song meine "Lebensphilosophie" transportiert:

Alles hat immer (mindestens) zwei Seiten. Alles. Glück im Unglück. Lachen im Weinen. Und umgekehrt. Das Yin-und-Yang-Prinzip. Nichts existiert ohne das "Andere", das es sozusagen "bedingt". Oder so... aber was versteh ich schon davon!😀

Und natürlich gibt's dazu auch ein kleines, feines OUTFIT. Damit wollte ich nicht "wie Joni sein", das geht ja auch gar nicht. Und falls es doch eine Ähnlichkeit in der "ATTITUDE" geben sollte - dann freu ich mich besonders. Joni und ich haben nämlich immerhin eine schlimme Zeit meines jungen Erwachsenen-Lebens "gemeinsam" gemeistert. Das schweißt ja auch irgendwie zusammen 😀!


Both Sides Now

Himmels-Bögen und fließendes Engelshaar...
in die Luft gemalte Schlösser aus Eiscreme...
und überall gefiederte Schluchten!
So hab ich Wolken betrachtet!

Aber jetzt blockieren sie nur die Sonne!
Sie lassen es regnen und schneien.
Was hätte ich nicht alles erreichen können!
Aber Wolken waren mir im Weg...


Ich habe Wolken mittlerweile von beiden Seiten gesehen
von oben und von unten und irgendwie
sind es doch Wolken-Illusionen, an die ich mich erinnere...
was versteh ich schon von Wolken!


Monde und Frühsommer und Riesenräder...
dieses Gefühl: taumelnd und tanzend,
als ob alle Märchen wahr würden!
So hab ich Liebe betrachtet!


Aber inzwischen geht's doch um was ganz anderes:
Du lachst, wenn du ihn verlässt.
Und wenn's dir was ausmacht,
dann zeigst du es nicht.
Gib ja nicht zu viel von dir preis!


Ich hab Liebe von beiden Seiten gesehen.
Vom Geben und vom Nehmen aus und irgendwie
sind es doch Illusionen von Liebe, an die ich mich erinnere...
was versteh ich denn schon von der Liebe!


Tränen und Furcht und das stolze Gefühl, 
weil man laut: "Ich liebe Dich!" gesagt hat!
Träume und Pläne und Zirkusvorstellungen...
so hab ich das Leben betrachtet!

Aber jetzt benehmen sich alte Freunde merkwürdig.
Sie schütteln den Kopf. Sie sagen mir, ich hätte mich verändert.
Naja, an jedem einzelnen Tag, den du lebt
ist etwas verloren und zugleich gewonnen.


Ich hab das Leben von beiden Seiten gesehen!
Vom Gewinnen und vom Verlieren aus und irgendwie
sind es doch Illusionen des Lebens, an die ich mich erinnere...
was versteh ich denn schon vom Leben!


OUTFIT: 

Kleid: TkMaxx
Kette: Zara
Mütze: vom Weihnachtsmarkt am Chinesischen Turm
Ringe: ??
alles aus dem Kleiderschrank geshoppt!


Hey Joni: leb bitte noch eine ganze Weile, 
auch wenn Du das Leben noch immer nicht verstanden hast. 
Wir checken's doch alle nicht wirklich!
Auf Deine Gesundheit: Prost!
Love 💖 !!!

Kommentare


  1. Interessante stimmung in der hauptrolle in diesem beitrag lächelte sogar unter meinem atem, als ich ihren beitrag las.

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  2. Liebe Maren, Musik, bestimmte Lieder und bestimmte Musiker begleiten uns immer wieder im Leben – manche einen kurzen Abschnitt, manche verbinden wir mit einer bestimmten Situation, manche mit einer bestimmten Zeit und manche sind einfach unser ganzes Leben da. Ich finde es toll, dass du in Joni Mitchell so eine besondere Musikerin für dich gefunden hast und mit diesem Song sagt sie einfach total viel aus. Genial, dass sie den schon in so jungen Jahren geschrieben hat, aber der Inhalt ist einfach zeitlos und hat heute noch immer für uns Gültigkeit. Keiner kann immer auf seiner rosaroten Wolke schweben, denn wie im Songtext enthalten, haben ja selbst Wolken zwei Seiten. Dies ist natürlich nicht immer schön für uns, aber es hat auf der anderen Seite auch etwas Tröstliches. So besteht doch auch bei traurigen Erlebnissen die Möglichkeit, daraus etwas Positives zu ziehen. Ein wunderbarer Text, der einfach perfekt in diese Vorweihnachtszeit passt – in die Zeit der Vorfreude und des Hinfieberns, aber auch die Zeit der Hektik, des Stresses, der Geschäftigkeit und für viele auch die Zeit des Streits und der Unzufriedenheit. Danke für diesen wieder so interessanten Gedankenanstoß!
    Hab einen ganz wunderbaren Sonntag und alles Liebe

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    1. Liebe Gesa, das stimmt! Wie ganz "normale" Menschen auch begleiten uns Musiker bzw. deren Lieder unser leben lang - und ich zumindest verbinde bestimmte Phasen im leben mit der passenden Musik.
      Ich finde das mit den zwei Seiten, wie Du ja auch schon schreibst, sehr tröstlich. Genau aus dem Grund, den Du anführst - und noch dazu will ich das Leben und die Welt und die darin lebenden Menschen ja annehmen, wie sie sind. Trotzdem erschaffe ich mir meine eigenen Illusionen, das ist auch eine Erkenntnis ;-)
      Wir lassen uns einfach nicht anstecken vom Stress, der Hektik und der Unzufriedenheit. oder? :-) Genau!
      Sehr gerne und lieben Dank - Dir eine wunderbare Woche, liebe Grüße, Maren

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  3. Tja, wie unterschiedlich doch die musikalische Sozialisation abläuft und mit welchen Auswirkungen! Joni hat für mich nie eine solche Bedeutung gehabt ( da liegen mir Laura Nyro, Judy Durham u.a. näher, aber ich bin ja auch was älter ). Dieser Songtitel zeigt schon ein gewisses Maß an Lebenserfahrung, die man, wenn man nun in den Herbst seines Lebens eintauchen darf, zu würdigen und bestätigen weiß. Und da ist die jugendfrische Sorglosigkeit halt vorbei, kann ich nur aus meiner jetzigen Situation heraus sagen, ob man will oder nicht. 😂
    Modisch hast du das "Thema" ja interessant umgesetzt. Gelacht habe ich allerdings über das Styling des Umfelds: Von mir gibt es so ein Foto mit Gitarre auf dem Bett um 1969/70 herum. Allerdings mit bestickter Indien - Tunika. Diese hippiesken Sachen trage ich inzwischen wieder sehr gerne...
    Einen schönen Sonntag!
    Astrid

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    1. Laura Nyro, Judy Durham sagen mir gar nichts :-) Ich hab auch nie besonders "andere" Musik gehört, es war eher doch "Mainstream".
      Ach ja, die jugendfrische Sorglosigkeit... 😂 Wenn die mal kein Ammenmärchen ist. Ich glaub ich war nie sorgenvoller als in meiner Kindheit/Jugend. Aber ich weiß was Du meinst. Später hatte ich auch das Gefühl, ich würde ewig leben. Das war schon ein sorgloserer gedanke als heute.
      Ich bin mir sicher, dass es von Leuten Deiner Generation ziemlich viele Fotos auf dem Bett mit indischer Tunika und Gitarre gibt!
      Eine schöne Woche und Danke,
      Maren

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  4. Liebe Maren,
    ich muss Dir gestehen, man kann Joni Mitchell und Pink Floyd mögen ... Du kannst es aber auch unter Jugendsünden verorten. Zu Zeit bin ich in der Klassik- und Jazz-Phase, aber gute Musik - zumindest das, was ich darunter verstehe - hat ohnehin kein Mascherl, wie wir in Österreich sagen würden ;-)
    Und ich muss noch etwas gestehen: Both sides now war immer schon ein Song, den ich unheimlich gerne gehört habe. Natürlich wegen des großartigen Textes, aber auch, weil ich die Musik schön finde. Beim Hören muss ich immer eine Träne verdrücken, Du weißt ja, meine sentimentale, weiche Seite ...
    Ich habe ihn mir gerade wieder angehört und Dich in Deinem entzückenden Outfit angesehen - perfekt!

    Ich wünsche Dir einen wunderschönen ersten Advent!
    Alles Liebe, Nadine

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    1. Liebe Nadine,
      gute Musik hat kein Mascherl! Sehr schön, das gefällt mir! :-)
      Ach Nadine, nicht dass ich Dich jetzt dauernd zum Weinen bringe... da muss ich mir fürs nächste Mal wieder was Lustiges einfallen lassen, das geht ja gar nicht... :-(
      Bestimmte Songs funktionieren bei mir allerdings auch wie auf Knopfdruck. Von Joni Mitchell ist es bei mir "River", wo ich auf Kommando losflenne...
      Vielen lieben Dank - <3

      Den wünsch ich Dir auch - und eine wunderschöne Woche!
      Alles Liebe, Maren

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  5. Interessanterweise verfolgte sie auch meine alten Tage und ich erinnere mich, wie ich ihre Interpretation mochte, als ich "Big Yellow Taxi" sang. Ich liebe ihre Stimme, so schön und weich! Sie ist eine großartige Komponistin mit Liedtexten zu Themen die immer noch bis heute relevant sind und hat einen tollen Gitarrenstil.
    Es gab eine Zeit, in der Künstler bescheiden waren und tatsächlich Talent hatten, im Gegensatz zu dem Mist, den man heute (ab und zu) bekommt (sorry!).
    Vielen Dank für diese Erinnerung!
    Die Fotos sind fantastisch, ich würde dich gerne singen hören, liebe Maren!
    Viele Grüße und noch einen schönen ersten Advent!
    Claudia

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    1. Als Du "Big Yellow Taxi" sangst?? Singst Du denn auch, Claudia, das wusste ich gar nicht...! Wow, wie toll. Ja, Joni hat richtig tolle Lieder komponiert und später wurde sie ja auch richtig "Jazzig"...
      Bescheiden war sie allerdings nie, soweit ich das mitbekommen habe. Sie bezeichnet sich selbst ja als eine der größten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Aber ich finde das gut, so eine selbstbewusste Aussage. Mist gabs schon immer - auch früher. Heute wird er nur schneller und weiter verbreitet - Dank social Media, Youtube o.ä. Denke ich jedenfalls :-)
      Sehr gerne!
      Vielen Dank, liebe Claudia! <3
      Dir auch eine schöne erste Adventswoche!
      Maren

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    2. Sorry war ein Tippfehler - ich wollte "sie" schreiben! kkkkk Nein, ich singe nicht, ich denke nicht mal unter der Dusche! LG

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  6. Wobei ich sagen muss, dass mir die Original-Version des Songs von 1969 immer noch am besten gefällt. Was für ein weiser Text. Musik ist auf jeden Fall immer ein Ventil.

    Deine Fotoreihe mit Gitarre gefällt mir sehr gut. Ich mag den Lippenstift und das Outfit.

    Liebe Grüße Sabine

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    1. Stimmt, ich mag die orchestrale, jazzige Version überhaupt nicht! Dann lieber das Original! Und Musik ist immer ein Ventil, das stimmt.

      Vielen Dank, es hat mir viel Spaß gemacht, die Fotos zu machen :-)

      Liebe Grüße, Maren

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  7. erstmal: you look like a f***ing gorgeous grunge goddess!

    mein lieblingskleid, mütze UND der orangerote lippi! hachz**** schöner schmuck - die ringe! und nackte beene <3 <3 <3

    danke für den songtext! gefühlt hab ich sowas mit 23 schon - nur hätte ich es nie in worte fassen können.... und wenn ich gross bin, will ich aussehen wie joni!
    love! xxxxxx

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    1. Brüll! Beate Du bist der Knaller!!! Ich geh heute aus dem Haus mit dem Gedanken: He, was wollt Ihr alle: I'm a f***ing gorgeous grunge goddess! Pah! :-DDDDDDD

      <3<3<3

      Sehr gern! Es behält irgendwie immer seine Gültigkeit... Aussehen wie Joni: Au ja, ich auch, ich auch!
      love <3 xxxxx

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  8. Ein wunderbarer Post. Du siehst so schön aus in diesem Outfit, die Bilder sind toll. ♡

    Liebe Grüße

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  9. Hihi, ich lach gerade über Beates Kommentar :-))) DAS wiederum hätte ICH nie so in Worte fassen können ;-)
    Liebstige Maren,
    ich find's vor allem ziemlich spannend, durch welche Grundvoraussetzungen offenbar der Musikgeschmack eines Menschen geprägt wird. Die Musik, mit der du aufgewachsen bist und die du nicht magst, war (und ist immer noch) ganz die meine (ich liebe Pink Floyd). Mal abgesehen von deutschsprachigen Proletarierliedern - ich hasse deutschsprachige Lieder (mit Ausnahme einiger weniger Austro-Musik-Werke). Was vielleicht wiederum damit zu tun hat, dass meine (ziemlich alten) Eltern gern Deutschsprachiges gehört haben, teilweise Umtata-umtata-Musik, teilweise Schlager und Tanzmusik ihrer Generation. Sie hörten aber auch englischsprachige Schlager und die finde ich teilweise gar nicht so furchtbar. Nachdem du ein bisserl jünger bist als ich, könnte es sein, dass deine Eltern der Generation meines Bruders angehören (er ist Jahrgang 1948 und somit um einiges älter als ich). Und was meinen Musikgeschmack betrifft, war es vermutlich er, der mich am ehesten positiv geprägt hat: Soll heißen, seine Musik gefiel mir - das Zeug, das meine Eltern hörten, war allenfalls zum halblustigen Mitgrölen bei einer einstündigen Autofahrt nach Türnitz geeignet (wo ich den Großteil meiner Kindheits- und Jugendwochenenden vom Herbst bis in den Frühling hinein verbrachte, weil dort der Wohnwagen meiner Eltern auf einem Wintercampingplatz stand). Da sang ich als Teenie voller Inbrunst "Er hat ein knallrotes Gummiboot" oder "Er steht im Tor und ich dahinter", aber ich glaube, das tat sich, weil es ums Überleben ging ;-)
    Auf Joni Mitchell kommt man vermutlich nur, wenn man sich in einer selisch angeknacksten Phase befindet und Songs wie "Crrrryyyyy Baby!" keinen Trost darstellen. Ich hab mich damals mit Janis, Jimi Hendrix, Jim Morrison und anderen toten Leuten getröstet. Und ich möchte dort auch nicht mehr hin - oder höchstens so zeitreisemäßig, um der jungen Traude mal unsichtbar übers rote Haar zu streicheln und ihr zu sagen, dass ... manche Dinge nicht besser werden, manche aber schon. Und dass sie stärker werden wird.)
    Jonis Stimme ist schon wirklich sehr gewöhnungsbedürftig, sie hat von mir nie wirklich eine Chance gekriegt - deshalb kann ich auch nicht wirklich über sie mitreden. Ich kenne nur ihren "Taxi"-Song etwas näher (er findet sich auf unserer Playlist - ja, genau, auf der, die neuerdings auch Herrn "coole Socke" Weller beinhaltet). Aber ich werde mir nachher Astrids Artikel über sie zu Gemüte führen und vielleicht in den einen oder anderen späteren Song auf Youtube reinhören - ist ja nicht so, das ich meine Vorurteile unbedingt behalten möchte ;-)
    Das ist doch das Kleid, das du mal liebevoll als "viktorianisches Nachthemd" bezeichnet hast, gell? In dieser Kombi mit Mütz und (anderer oder bloß anders geknoteter?) Zimtstangenkette sieht es keineswegs viktorianisch aus, damit passt du in alle möglichen anderen Zeiten, gewiss auch in die von Joni. Könnte also dein Zeitreisekleid werden ;-)
    Alles Liebe, dicke Drückers und herzliche Adventgrüße aus Rostrosenhausen,
    Traude
    PS: Ja, mal wieder Daten speichern kann ich definitiv empfehlen. Mein PC tut das eigentlich automatisch. Das Dumme war, dass mein einer Sicherungsspeicher voll war, weshalb wir einen neuen kauften und Edi einen Teil der Daten gleich mal auf den neuen speicherte. Danach fing mein Computer zu zicken an - immer wieder Abstürze - und wir dachten, das liegt an dem neuen oder dem alten Speicher und steckten sie abwechselnd ab (und teilweise auch alle beide gemeinsam). Dabei waren es die Vorzeichen des Super-Gaus. Durch das Abstecken funktionierten die automatischen Datensicherungen nicht so lückenlos wie sonst... Aber naja, shit happens...

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    1. Ach, das mit der grunge goddess hilft mir jetzt aber echt über den Tag! Manchmal braucht man den "Mantel der Unnahbarkeit", um sich besser zu fühlen... :-)
      Liebstige Traude, ich bin vor allem jedesmal geflasht, was Dir dann wiederum alles selbst einfällt und was Du in den Komments alles so schreibst... voll interessant. Die meisten, die ich kenne, hatten einen eher "konservativen" Musikgeschmack der Eltern, v.a. auf dem Dorf (bin ja ländlich aufgewachsen) da gab's eher keine Hippies und 68er... offiziell.
      Jim Morrison! Denn hatte ich ganz vergessen. Oh, natürlich, auf die Doors stand ich auch eine Zeitlang - aber auf Dauer war mir das alles zu morbide. Dieses ganze kranke Leben der Menschen findet sich ja auch in der Musik wieder... Joni war und ist ein durchaus positiver und optimistischer Mensch, ehrlich, das transportiert sie auch in ihrer Musik. ich brauch trotz aller Traurigkeit und Depri irgendwie immer jemanden, der mir sagt, dass letztlich alles gut wird, und das tat Joni Mitchell, wenn Du verstehst. Morrison dagegen... äh, eher nicht. Diese ganzen Toten sind nun mal... tot. Weiß nicht, ob ich daraus Hoffnung schöpfen kann :-))))
      A propos deutsche/österreichische Musik. Ich finde gerade aus Wien kommen in letzter Zeit so ein paar richtig tolle Bands, ob deutsch oder englisch, wurscht, die Ösis haben's drauf! Übrigens hat mein Vater auch gerne Ambros/Danzer etc. gehört - die frühen Songs von Ambros mag ich sogar! Weiß wia Schnee.. oder I wü frei sein: genialer Text! mein Lebensmotto! A propos Ösi-Bands: hätte eine junge Band im "Angebot", die ich bestimmt auch noch mal zu einem Post verwurschtele....
      Ja, das ist das viktorianische Nachthemd - samt Zimtstangenkette. Dank Traude <3 haben meine Klamotten nun echt abgefahrene Namen, hihi!
      Zeitreisen: ich würd mich sofort nach Asbury Park, New Jersey, beamen, ins Jahr 1973. Dort hat jemand die Zukunft des Rock'n'Roll gesehen, so sagt man... bin nun mal ein hoffnungsloser Springsteen-Fan... :-) Woodstock wär aber auch nicht schlecht... aber stell Dir vor, Du bist dort und findest es dann gar nicht so toll... es regnet, die Leute nerven mit ihrem ständigen "Love and Peace"-Gesabbel und die Musik - die hatten damals ja noch total schlechte Soundqualitäten... :-DDDD
      Ach was, bleiben wir lieber im Hier und Jetzt. Und sichern unsere Daten! :-)
      Alles Liebe und herzlichste Drückers zurück und schöne besinnliche Adventswoche! Maren

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  10. Ich habe schon hin und wieder was von Joni Mitchel gehört, Both sides mag ich sehr gern. Aber ich bin und war nie ein in sich gekehrter, grübelnder Mensch. Ich habe spontan immer ein Bauchgefühl. Das kann noch revidiert werden, wenn neue Erfahrungen hinzu kommen. Aber ich brauche Musik mit Energie. Meine Eltern sind natürlich wesentlich älter als Deine (34/37). Meine Mutter liebte Jazz, R&B mein Vater Rock'n Roll. Sie sind eigentlich schon zu alt für die Beatles. Also habe ich die Musik der 40/50/60 über sie kennen gelernt, arbeitete mich dann über die 60 in die 80er, sprang zurück in die 70er... ließ die 90er aus und höre heute quer durch den Gemüsegarten. Vermutlich aber eine Mischung, die Ihre Wurzeln im Blues hat, von den Beatles beeinflusst wurde und irgendwo noch einen Bod Dyland dazwischen hat. Auf Texte kommt es mir in aller Regel nicht an. Sie fließt in mich hinein und macht mich größer, stärker. Sie gibt mir Energie.
    Vermutlich hätte ich es cool gefunden, solche Eltern wie Deine zu haben. Meine "großen" Cousins fallen wohl in diese Generation. Aber ich bin mit meinen schon sehr zufrieden. Fürs cool sein, war ich ja dann zuständig.
    BG Sunny

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    1. Nein, glaub mir, es war überhaupt nicht cool. Junge Eltern heißt leider meistens auch, dass sie (noch) keine Verantwortung übernehmen können/wollen. Und ständig damit beschäftigt sind, ihre eigene Jugend nachzuholen bzw. dieser nachzutrauern. Aber da jedes Ding mindestens "both sides" hat, hat mich das sehr stark und autark gemacht. Heute kann ich dadurch viele Vorteile erkennen. Z.B. hab ich Abhängigkeit schon immer gehasst und hinterfragt - was wiederum ja auch von großem Vorteil sein kann :-)
      Cool wollte ich selbst nie sein. Witzigerweise ist das aber ein Attribut, welches ich oft zu hören bekam. Dabei fühlte ich mich alles andere als cool! Aber da uncool das neue cool ist, passt's ja eh wieder *lach*...
      Liebe Grüße, Maren

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  11. Tolle Fotos Maren, Du siehst klasse aus. Das Kleid ist mal was ganz anderes. :)
    Musik spielt grad kaum mehr eine Rolle in meinem Leben, ich hör den ganzen Tag Radio bei der Arbeit und zu Hause mag ich dann nix mehr hören. Helle schrille Stimmen machen mir Migräne. Dann lieber AC/ DC :) Ich war musikalisch nie tiefgründig und rebelliert hab ich auch nicht wirklich.
    Liebe Grüße Tina

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    1. Vielen Dank, Tina! So eine "Fotosession at home" macht bei greisligem kaltem Wetter draußen umso mehr Spaß... wahrscheinlich wird es im Winter öfter "drinnen"-Fotos geben, weil man draußen ja immer dick vermummt ist und ob das so wirklich tolle Outfit-Fotos werden... hm. :-D
      Ich empfinde mich auch gar nicht als besonders tiefgründig. Und das Rebellieren hab ich auch bald wieder aufgegeben - war ja in meinem Fall eh zwecklos :-)
      Liebe Grüße, Maren

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  12. Ich musste grad gucken was sie für Musik gemacht hat, .... ne war mir namentlich kein Begriff. Allerdings erinnere ich mich an die Melodie.
    Meine Eltern haben nicht wie deine das gehört was mir gefallen hätte, sie haben mich mit Schlagern und Heino gequält . Ich habe dafür Michael Jackson , Herbert Grönemeyer , die toten Hosen , und die Ärzte gehört. Tja der eine war schwarz, der andere sah ungepflegt aus und die Texte.... Kind so was kannst Du nicht hören. Als ich dann Ravell, Tracy Chapman und die Capenters, in voller Lautstärke gehört gehört habe, das hat ihnen auch nicht gefallen. Ich sag Dir das war nicht einfach mit unseren Eltern ....*gg. Ich finde Heino übrigens immer noch ... wuähhhh. Dafür liebe ich meine Musik immer noch. Wenn Du in mein Auto steigst wirst Du aktuell mit Klassischer Weihnachtsmusik in voller Lautstärke beschallt. Oder aber auch deutschem Rock . Selbst Ramstein darf es sein. Alles außer Heino .
    Das Muster von Deinem Kleid finde ich klasse . Ich liebe Krawatten und Paisley Muster.
    LG Heidi

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    1. Ich glaub, die Eltern hören nie, was einem selbst gefällt! Aber Heino ist natürlich echt Folter - damit hätte ich meine Eltern ja schocken können! :-) Schlimm... obwohl der heutzutage sich mit Bands wie Ramstein zusammentut, einen auf Metal macht und in Schuppen wie dem Backstage auftritt, in dem normalerweise... na, eben Bands wie Ramstein auftreten würden... verkehrte Welt! Und dann singt er Lieder von den Ärzten! Heißt, eigentlich müsste Heino Dir heute ja gefallen...? :-)
      An die Ärzte erinnere ich mich noch gut, das war ja auch "meine Zeit". Die hatten ja Texte, mei o mei. Ich erinnere mich an "Claudia hat nen Schäferhund" und "die fette Elke". Brutal. :-)
      Vielen Dank!
      LG Maren

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    2. Niemals , Heino soll bei seinem blauen Enzian und den Nüssen bleiben . Für mich echt albern, schon fast ein Frevel. Aber wer´s mag. Ich nicht. Die Texte von den Ärzten waren erst ab 18 ... Also Grund genug sie vorher zu hören ...*gg.
      Kann mich gut erinnern als unsere Jungs den Texten die nicht aus ihren Boxen kamen zu gehört verstanden haben. Selten waren sie so sprachlos. Aber lustig war´s schon zu mal sie gedacht haben sie könnten uns mit mehr oder weniger geschmacklosem Rapp erschrecken . Nun ja dafür waren sie einfach über 20 Jahre zu spät dran. Mit Heino ...damit hätten sie mich schocken können. Ehrlich :)))

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  13. Liebe Maren, ich gestehe ich müsste mir den Song anhören, denn rein vom Titel her kenn ich ihn nicht. Was verstehe ich denn schon von Musik :) Nachdem ich aber jetzt Deine Übersetzung gelesen habe, sage ich mir, dass es sehr schade ist, dass ich den Song nicht auf dem Schirm hatte, bisher, denn der Text trifft den Nagel auf den Kopf. Unglaublich, dass Joni dies mit 23 Jahren geschrieben hat! Und es hat mich sehr berührt, zu lesen, was Dich mit Joni verbindet - hast Du während Du die Bilder gemacht hast, dieses Lied gehört oder zumindest im Kopf gehabt?
    Richtig schön siehst Du aus <3
    Liebe Grüße, Rena
    www.dressedwithsoul.com

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    1. Liebe Rena, vielen Dank für Deinen lieben, wundervollen Kommentar! Ich denke auch, zu erkennen, dass das Leben und alles seine zwei Seiten hat, ist letztendlich eine Erfahrung, die wir alle ja mehr oder weniger machen. Trotzdem nicht "desillusioniert" und resigniert zu sein und positiv zu bleiben, ist glaub ich die große Kunst. Ich fand die Musik von Joni Mitchell zwar oft traurig, aber immer irgendwie aufbauend, voll Hoffnung und positiv. Auch deshalb fühlte ich mich wohl so verbunden...
      Ich hatte mehrere Lieder im Kopf beim Fotos machen... :-) Und ich hatte viel Spaß :-)
      Vielen Dank, Du Liebe <3
      Liebe Grüße, Maren

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