ERSTE WAHL AUS ZWEITER HAND: GUT GEWÄRMT IM JANUAR
Neulich im Asia-Laden schenkte mir die freundliche Dame an der Kasse einen Glückskeks, in dem folgende Nachricht verborgen war. Na, wenn das mal kein Zeichen ist für eine neue, mir selbst auferlegte Style-Challenge im Jahr 2025, die da lautet: erste Wahl aus zweiter Hand! Einmal im Monat werde ich versuchen, ein komplettes Outfit mit möglichst vielen Second-Hand-Teilen zusammenzustellen.
Warum? Erstens, weil mir solche Herausforderungen Spaß machen, zweitens, weil ich zeigen möchte, dass eine gebraucht erworbene Ausstaffierung nicht weniger wertig, schick oder stylish sein muss als brandneue Gewänder - im Gegenteil! - und drittens, weil ich denke, dass das Wiederentdecken bereits getragener Kleidung im Augenblick immer mehr an Beliebtheit gewinnt.
Tatsächlich schossen in den letzten Jahren immer mehr Second-Hand-Läden wie Pilze aus dem Boden, Vintage ist der heiße Scheiß, gebrauchte Klamotten an der Kasse wiegen zu lassen und per Kilo zu bezahlen ein inzwischen ganz normales Unterfangen. Flohmärkte, bei denen auch Kleidung gehandelt wird, sind eh schon lange gang und gäbe.
Nicht nur Gebraucht-Möbel-Kaufhäuser, auch Charity Shops, in denen aus Spenden erworbene Kleidung günstig weiterverkauft wird, sind in München inzwischen weit verbreitet, zudem werden bereits getragene Designer-Teile in speziellen Boutiquen zu angemesseneren Preisen verkauft. Sogar das Leihen von speziellen Anlass-Outfits ist inzwischen nichts ungewöhnliches mehr.
Online gibt es natürlich auch jede Menge Second-Hand-Fundgruben - allen voran momoxfashion.com - eine wahre Schatzkiste an Anziehsachen und Accessoires wie Sonnenbrillen, Schals, Schuhe und Handtaschen. Normalerweise bin ich keine Online-Shopperin, aber hier mache ich gerne eine Ausnahme. Und das schon zu Zeiten, als das Unternehmen noch Ubup hieß. Vor allem, wenn ich gezielt nach etwas suche, werde ich dort eigentlich immer fündig. TINA hat HIER übrigens auch ihre Erfahrungen mit Momox geschildert.
Das Prinzip ist einfach: Menschen verkaufen ihre nicht (mehr) passende oder nicht mehr gewünschte Kleidung an Momox - die Firma macht Fotos, setzt diese online und verkauft die Stücke an Interessenten weiter. Besonders im normalerweise hochpreisigen Fashion-Bereich lassen sich hier gute Deals machen.
Mir persönlich geht es da aber tatsächlich weniger ums Geld. Erstens kaufe ich nicht so viel, zweitens ist das Schnäppchenjagen und Billigshoppen genau der Grund, weshalb Fast Fashion und Plastik-Klamottenläden in den letzten Jahren so populär wurden. Mir ist es eigentlich hauptsächlich nur wichtig, dass die Sachen eben nicht neu sind. Beruhigt nicht nur mein Gewissen ein wenig, sondern eröffnet tatsächlich ganz neue Möglichkeiten, frei von Fashiontrends.
Meine ERSTE WAHL AUS ZWEITER HAND im JANUAR setzt sich aus Strickkleid, Kurzmantel, Stiefel und Handtasche zusammen. Den Schal hab ich über daSempre bezogen, deren Waren unter fairen Bedingungen und zumeist in Europa hergestellt wurden, die Leggings und die Brille sind aus meinem Fundus und der Schmuck von mir selbst.
Die Tasche ist ein älteres Stück, an den Griffen "bröckelt" bereits das (Fake-)Leder. Da werd ich mir bald mal etwas einfallen lassen, wodurch man diese ersetzen kann. Das Muster erinnert an Klimt, daher nenne ich sie meine "Klimt-Tasche".
Bei meinem OUTFIT habe ich diesmal nicht nur die Marke, sondern auch den Preis, den ich bezahlt habe, dazugeschrieben. Einfach, damit ihr euch eine Vorstellung machen könnt, was die Teile aus zweiter Hand letztendlich so kosten (können). Wie oben bereits erwähnt, geht es mir persönlich aber nicht so sehr darum, wie viel ich bezahle, auch, wenn ich mich natürlich freue, bei "Edelmarken" auch mal günstiger zuschlagen zu können.
Und klar kann man jetzt zu Recht einwenden, dass es am Nachhaltigsten ist, wenn man gar nix mehr shoppt und alles im Kleiderschrank bis ans Lebensende aufträgt... was bei mir aber schlicht und ergreifend nicht passieren wird. Sorry. Ich sehe mich daher auch nicht als leuchtendes Beispiel für Nachhaltigkeit, noch weniger mag ich das auf dem Blog propagieren.
Ich mag meine Kleidung, wachse aus der ein oder anderen Klamotte auch mal raus - oder sie aus mir! - und freue mich ab und zu über Neuzugänge... die allerdings gerne gebraucht sein dürfen! Denn es ist immer noch besser, das zu erwerben, was schon da ist. Ist ja eh mehr als genug.
Deine neue Challenge finde ich beeindruckend. Auch das erste Ergebnis.
AntwortenLöschenDer Trenchcoat gefällt mir besonders. Und die Stiefel. Dass Du Dich traust, Schuhe second hand zu kaufen?! Und sie schauen so gut aus und tragen sich anscheinend auch so.
Die Klimt-Tasche mag ich auch gern und das Kleid auch, samt Kette aus Eigencreation. Wegen Hitzewallungen nur draußen? An die Zeit kann ich mich auch noch gut erinnern...
Danke fürs Verlinken, liebe Maren. Immer wieder schön, Teile von uns an Dir zu sehen. Ich bin froh, dass ich bei Dir nicht nur über Google kommentieren kann, denn da habe ich derzeit ein Problem.
Die olle Pfarrkirche steht Dir übrigens auch sehr, da schaust Du jung und fesch dazu aus :-)
Herzlich,
Sieglinde