Neues vom Schanierl: Kniffe und Tricks für Grundriss und Design

Der letzte Schanierl-Post ist nun doch schon wieder etwas länger her. Das liegt nicht zuletzt daran, dass ich mit meiner Wohnungseinrichtung momentan tatsächlich sehr glücklich bin. Es gibt gerade keinen akuten Drang zur Umgestaltung, keine spontanen Farbexperimente, keine nächtlichen "Vielleicht stelle ich doch alles komplett um"-Anfälle. Ein ungewohnter Zustand.

Auch in der "Ferienwohnung" gibt es inzwischen nicht mehr allzu viel zu verändern - was allerdings weniger an vollendeter gestalterischer Zufriedenheit liegt als vielmehr daran, dass die Wohnung verkauft werden soll. Und genau das brachte mich auf ein Thema, das mich in den letzten Wochen erstaunlich fasziniert hat: die kleinen psychologischen und gestalterischen Tricks der Immobilienbranche.

Wie komme ich von der stümperhaften Zeichnung
zum Profi-Grundriss mit Möblierungsvorschlag?

Und wie von der Abstellkammer des Grauens über die (mit Muskelschmalz!) renovierte Wohnküche
zur ganz modernen, mit neuen Geräten ausgestattete Küchenzeile - zumindest visuell?

Oder vom vollgestopften Büro über die renovierte Schlafecke
zum eigentlichen Zweck der Zimmernische - einem hübschen Esszimmer?

Denn wer schon einmal durch Immobilienportale gescrollt hat, kennt dieses Phänomen: Aus einer leicht abgewohnten Drei-Zimmer-Wohnung mit Buche-Laminat und altdeutschen Fliesen wird plötzlich eine urbane Design-Oase mit Japandi-Vibes, Betonoptik und perfekt drapiertem Leinen-Sofa. Und zwar oft, obwohl die Wohnung in Wirklichkeit noch ganz anders aussieht.

Mittlerweile lassen sich mit gestalterischer Hilfe nicht nur leere Räume virtuell möblieren, sondern ganze Wohnungen digital "renovieren". Alte Küchen verschwinden hinter minimalistischen Fronten, vergilbte Wände werden zu elegantem Greige, und wo vorher eine etwas traurige Stehlampe stand, hängt plötzlich ein skandinavischer Designklassiker über einem Esstisch aus hellem Eichenholz.

Meine 40-qm-Wohnung in München in leerem Zustand

...und realitätsgetreu möbliert. Da musste ich selbst allerdings nachhelfen,
denn an dieser ausgeklügelten, individuellen Möblierung scheitert die KI  

Das Faszinierende daran ist weniger die Technik selbst als vielmehr die Wirkung auf unsere Wahrnehmung. Denn die meisten Menschen kaufen nicht nur Quadratmeter, sie kaufen Vorstellungen, Atmosphäre und Möglichkeiten. Ein Lebensgefühl. Und genau deshalb sind professionell gestaltete Grundrisse mittlerweile fast ebenso wichtig wie die Fotos selbst.

Denn nicht jeder potenzielle Käufer besitzt die Fantasie, sich leere Räume und Größenverhältnisse realistisch vorstellen zu können. Ein möblierter Grundriss hilft dabei enorm. Plötzlich erkennt man, dass doch ein großer Esstisch hineinpasst. Dass das Wohnzimmer erstaunlich großzügig wirkt. Oder dass eine kleine Nische vielleicht perfekt für ein Homeoffice wäre.

Aber nicht nur die Grundrisse, sondern auch die unterschiedliche Raumgestaltung auf Fotos, die sich irgendwo zwischen Visualisierung und Illusion bewegt, hat viele Vorteile. Zum einen kann ich mir natürlich gut vorstellen, wie ein renovierter und neu gestalteter Raum aussehen könnte. Zum anderen kann ich mir auch einfach Anregungen holen. Will ich eher minimalistische Scandi-Vibes oder urbane Loft-Atmosphäre? Oder ein künstlerisch-wildes Apartment mit Jungle-Feeling

Gut platzierte Lichtquellen, geschickte Perspektiven und ein kleines bisschen optimierte Realität. So lange Fotos und Grundrisse nicht bewusst falsch dargestellt werden, finde ich diese Entwicklung tatsächlich spannend. Und ehrlich gesagt hat es mir erstaunlich viel Spaß gemacht, meine Wohnung in einem ganz anderen Licht zu betrachten. Nur mal so... als Möglichkeit 😂.

Ich selbst würde meinen Einrichtungsstil ja als eine Mischung aus SCANDI und ARTSY bezeichnen...

...aber das geht auch cleaner oder industrieller!

Auch im Schlafzimmer zieht sich mein Stil durch...

...interessant finde ich, dass man mit wenig Aufwand eine ganz andere Atmosphäre schaffen kann! 

Die Schranklösung mag ich sehr...

...doch natürlich kann ich mir durch Beispiele weitere Anregungen holen.

Mein Home-Office hat fast schon den typischen "London-Style" -
ein Mix zwischen ARTSY, DIY und MID-CENTURY-MODERN...

...aber auch hier sieht man: es ginge auch anders.

Ich finde zwar nicht, dass mein Mini-Bad eine Veränderung braucht...

...hellauf begeistert bin ich jedoch von den unterschiedlichen Gestaltungsvarianten!
Und den Badvorleger im Bild links hätte ich gerne... 😂

Wohn- und Essecke sind perfekt getrennt, besser geht's fast nicht auf so kleinem Raum,
wenn man auch noch einen Fernseher unterbringen will...

...dennoch hatte ich Spaß am Herumexperimentieren von verschiedenen Stilen!

So, ich hoffe, ich habe euch mit meinem heutigen Schanierl-Post unterhalten können, auch wenn nicht alles daran "echt" war. Ich liebe die Möglichkeiten, welche sich heutzutage digital bieten und bin begeistert, dass selbst ich als Laie Grundrisse und Interieur-Design fast schon wie ein Profi sozusagen aus dem Ärmel schütteln kann...! 

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