Sunday Colors: So ganz gechillt...
...ins Wochenende starten, sich bei der Affenhitze bloß nicht verrückt machen lassen und die sengende Sonne am besten meiden, wo es geht - das ist momentan meine Devise. Das bedeutet allerdings auch, dass mir inzwischen selbst das Radeln in der brüllenden Hitze viel zu anstrengend geworden ist. Hohe Temperaturen vertrage ich tatsächlich von Jahr zu Jahr schlechter. Tja, und überhaupt: was früher als "schönes Wetter" bezeichnet wurde, fühlt sich heute eher wie ein kleines Überlebenstraining an.
Deshalb halte ich mich mittlerweile völlig ohne schlechtes Gewissen an einige traditionell mediterrane Strategien. Die Menschen dort wissen schließlich seit Jahrhunderten, wie man mit Hitze umgeht. Und wenn ich ehrlich bin, haben die das Konzept vermutlich einfach besser verstanden als wir Mitteleuropäer mit unserer Vorstellung, dass man bei 35 Grad möglichst noch den Rasen mähen, eine Radtour machen und anschließend grillen sollte.
Meine persönlichen Favoriten gegen die Affenhitze sind beispielsweise, dass im Schlafzimmer tagsüber die Jalousien konsequent unten bleiben. Früher hätte ich mich dabei gefühlt, als würde ich kostbares Tageslicht verschwenden. Heute weiß ich, dass die Dunkelheit am Tag quasi die Eintrittskarte für einigermaßen erträgliche Nächte ist. In Kombination mit geöffnetem Fenster sorgt das wenigstens dafür, dass das Schlafzimmer nicht zur finnischen Sauna mutiert. Ich sag nur: Südseite!
Je heißer die Tage werden, desto mehr verschieben sich auch meine Aktivitäten in die Randzeiten. Ich liebe es, spätabends auf dem Balkon zu sitzen, wenn die Luft langsam wieder atembar wird und die Stadt etwas zur Ruhe kommt. Fast noch schöner sind für mich allerdings die frühen Morgenstunden. Wer derzeit einmal um fünf Uhr morgens draußen war, weiß, was ich meine: dieser angenehm kühle Hauch von Morgenluft auf der Haut fühlt sich an wie ein kleines Geschenk. Für ein paar kostbare Minuten erinnert der Sommer daran, dass er eigentlich auch angenehm sein kann.
Inzwischen gibt es Bettwäsche, Kopfkissen und sogar Matratzenauflagen mit kühlenden Eigenschaften. Eine so genannte "Eis-Bettdecke" hab ich mir kürzlich zugelegt. Der Stoff fühlt sich tatsächlich kühl an und soll heiße Nächte erträglicher machen. Ausprobiert hab ich sie zum Schlafen allerdings noch nicht, weil es bislang auch so drinnen schön kühl bleibt, seit das Haus rundum gedämmt ist.
Und wenn die Hitze tagsüber - zum Beispiel bei der Arbeit - gar nicht mehr zu ertragen ist? Statt gleich den ganzen Körper unter die kalte Dusche zu stellen, was ja nicht immer möglich ist, reicht oft schon ein kurzes kaltes Abbrausen der Füße. Auch ein feuchtes Tuch oder Kühlpack im Nacken oder an den Handgelenken wirkt manchmal wahre Wunder. Unser Körper besitzt einige Stellen, über die sich Wärme erstaunlich effektiv ableiten lässt.
Und dann... wäre da noch die Urlaubsplanung. Während viele Menschen im August möglichst weit in den Süden fahren möchten, verspüre ich genau darauf immer weniger Lust. Was soll ich sagen? Wenn es hier schon 34 Grad hat, muss ich das Ganze nicht noch auf die Spitze treiben. Deshalb zieht es mich zunehmend in Regionen, die tatsächlich die klassische Sommerfrische versprechen und dieses Versprechen auch halten. Berge, Seen, eher nördliche Gefilde und Temperaturen, bei denen man sich tagsüber noch bewegen kann, ohne das Gefühl zu haben, spontan zu schmelzen.
London und die südenglische Küste im letzten Jahr waren beispielsweise wirklich angenehm. Selbst im August - und selbst bei 30 Grad - war es dort noch immer frisch und erträglich. Nicht so eine "stehende", trockene, brennende Hitze. Denn was nützt die landschaftlich schönste Urlaubsdestination, wenn man sich tagsüber eigentlich überhaupt nicht mehr nach draußen traut? Was nützen die tollsten Wanderrouten und Ausflugsziele, wenn man nicht mehr die Energie hat, sich auf den Füßen zu halten? Also habe ich auch heuer ein Ziel gewählt, welches sozusagen klimatisch unproblematisch zu sein scheint. Natürlich werde ich auch dort "wohnen". Die Zeit rennt, in sechs Wochen ist es schon soweit... Hurra!
Jedenfalls habe ich längst aufgehört, Hitze mit Lebensqualität gleichzusetzen. Sonnenschein ist wunderbar. Ein lauer Sommerabend ebenso. Aber Temperaturen, bei denen man schon beim Nichtstun ins Schwitzen gerät, müssen für mich nicht mehr sein. Bis zum August findet man mich deshalb bei über 30 Grad entweder im Schatten, hinter heruntergelassenen Jalousien, auf dem Balkon nach Sonnenuntergang oder morgens um fünf beim Genießen jener kostbaren Minuten, in denen der Sommer noch freundlich und nicht feindselig wirkt.
Auch gut bei hohen Temperaturen: luftige Kleidung!
Und wenn sie noch dazu schön farbenfroh ist,
wird man im Straßenverkehr wenigstens nicht so leicht übersehen.
Freundschaftstasche: DaSempre

Wie schön, die Freundschaftstasche!!! Ich freu mich sehr.
AntwortenLöschenSie schaut so toll aus zu Deinem sommerlich-bunten Look mit grandiosem Rock. Dazu der aparte selbstgefertigte Ring. Einfach wunderschön, liebe Maren!
Ich singe ebenfalls das Lob der frühen Stunden.
Seit 5 Uhr bin ich auf und munter. Tagsüber dann werde ich immer schlapper... aber ich zwinge mich tagsüber immer mal wieder raus, weil zuviel Jalousie macht mich ein wenig traurig. Deine Hitzetipps sind prima und werden von mir auch durchgeführt. Besonders den Puls immer mal wieder kühlen hilft mir gut.
Auf Dein Reiseziel bin ich gespannt. Unsere Kinder fahren im August nach Schweden. Das ist bestimmt angenehm.
Heute aber noch ein großes Programm mit Familienfeier auf dem Lande... Ich muss sagen, dass ich jetzt schon froh bin, wenn es abends ist. Aber da muss ich durch...
Ich habe Dir übrigens was vom Urlaub mitgebracht auf meinem Blog...<3
Herzliche Grüße und gutes Durchhalten von
Sieglinde
Liebe Maren,
AntwortenLöschenich kann mir die Hitze nicht mehr schönreden. Es ist für mich fast unerträglich und ich bin froh, wenn es wieder kühler wird.
Temperaturen über 30 ° C sind für mich zu belastend.
Beim Sehen der Wettervorhersage bekomme ich Panik und warte einfach nur noch, bis die Hitze vorbei ist.
Schwimmbäder sind zu voll und zu laut, Wassertemperaturen mittlerweile auch bei fast 30°. Nix mehr für mich.
Ein schönes sommerliches farbenfrohes Outfit hast du mit dem bunten Rock und der Wassermelonentasche. "Ich habe eine Melone getragen."
Liebe Grüße,
Claudia
Eine Hurtigrutenreise, das wär genau das, was ich jetzt gern machen würde.
Guten Morgen,
AntwortenLöschenaus dem verdunkelten kühlem - noch - Esszimmer, frisch geschnittene Melone und lauwarmen grünen Tee und einem leichten Shirtkleid.
Ich vertrag die Hitze gar nicht mehr und wenn ich sehe dass noch mindestens eine Woche Ü30 Temperaturen.... Hier auch Genuß der kühleren Morgenstunden um 5.
Ja es ist Sommer klar und es ist auch schön. Trotzdem. Aber hier gibt es tatsächlich Nachbarn die Mittags um zwei Rasenmähen und mit Ü80 sich aufs Fahrrad setzen.
Selbst als passionierte Freibadschwimmerin lass ich das gerade. Selbst um 8 ist es schon zu warm und das Wasser zu aufgewärmt.
Und stimmt warme Temperaturen an der Küsten bzw. Küstennähe sind einfach anders möchte aber trotzdem nicht mit Gewalt im Sommer in südlichen Ländern Urlaub machen oder sonst wo kannst ja gar nix machen.
Ein schönes geruhsames Wochenende.
LG
Ursula
Und es bleibt erstmal warm! Ich mache es so wie du. Vor allem stehe ich jetzt sehr früh auf. Ein bisschen Bewegung braucht man ja auch. Und frühs ist es wirklich schön draußen.
AntwortenLöschenIch bin auch schon sehr gespannt auf deinen bevorstehenden Urlaub!
Liebe Grüße
Heike